Deutschlandwetter - aktuell

ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale in Offenbach am
Samstag, 08.08.2026, 10:15 Uhr
 

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In Süddeutschland nur vereinzelt Gewitter und vielfach sehr heiß, im Norden vorübergehend wechselhaft und am Montag etwas Regen
 
Deutschlandübersicht:
Offenbach, Samstag, den 08.08.2026, 10:15 Uhr -

"Der heutige Samstag präsentiert sich dank dem über Norddeutschland liegenden Hoch QUIRIKAKUS sehr sonnenscheinreich. In Norddeutschland lösen sich letzte Wolkenfelder auf. An den Alpen zeigen sich allerdings kleine Schönheitsfehler, dort können sich im Tagesverlauf Quellwolken bilden, aus denen örtlich einzelne Schauer niedergehen können. Aus Südwesten dringt erneut eine wärmere Luftmasse nach Deutschland vor. Dort wird es mit bis zu 33 Grad wieder heiß. Angenehmer ist es diesbezüglich in der Mitte mit Maxima um 28 Grad sowie im Norden, wo die Höchstwerte vielerorts unter der 25-Grad-Marke bleiben. Die kommende Nacht sollte nochmals zum Durchlüften erwärmter Wohnungen genutzt werden. Mit Ausnahme der Nordseeküste und dem Südwesten sinkt die Temperatur unter 15 Grad, im Osten lokal auch unter 10 Grad.

Am Sonntag bleibt es freundlich, allerdings zeigen sich hohe, im Tagesverlauf teils auch mittelhohe Wolken am Himmel. Dazu bilden sich bevorzugt über dem Bergland im Südwesten Quellwolken, die vereinzelt Schauer oder auch ein Gewitter bringen. Lediglich im äußersten Nordwesten wird die 30-Grad-Marke verfehlt, sonst wird es heiß, in Süddeutschland bei Werten um 35 Grad sogar teils sehr heiß. In der Nacht zum Montag rückt die Kaltfront eines noch namenlosen Tiefs, das von Island nach Skandinavien zieht, von der Nordsee kommend näher. Im Norden verdichten sich die Wolken und nachfolgend regnet es dort etwas.

Der Montag zeigt sich zweigeteilt: Der Norden liegt unter Tiefdruckeinfluss. Bewölkter Himmel und etwas Regen prägen den Tagescharakter. Die Niederschlagsmenge ist allerdings gering und kann die Trockenheit nicht lindern. Der Regen erreicht zum Abend den mittleren Bereich von Ostdeutschland und lässt nach. Die Höchstwerte liegen um 24 Grad. Im Süden und auch im Osten verbleibt schwacher Hochdruckeinfluss. Dort bilden sich im Tagesverlauf Quellwolken, die örtlich Schauer und Gewitter im Gepäck haben. Es wird erneut sehr heiß mit bis zu 36 Grad.

Im weiteren Verlauf dominiert erneut Hochdruckeinfluss. Am Dienstag setzt sich von Südwesten her wieder die Sonne durch. Im Norden gibt es noch teils tiefere Wolkenfelder. Der Mittwoch wird überall sehr freundlich, am Donnerstag werden im Norden und auch in der Mitte wieder Wolkenfelder erwartet. Niederschläge sind nicht in Sicht. Während am Dienstag und Mittwoch die Temperaturkurve eine vorübergehende Delle hinlegt, die in Süddeutschland nur geringe Auswirkungen hat, dringen in der zweiten Wochenhälfte erneut wärmere Luftmassen nach Norddeutschland vor. Dort wird es mit Werten um 31 Grad teils heiß, im Südwesten wird es wieder mit über 35 Grad sehr heiß. "

Das erklärt Dipl.-Met Markus Eifried von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach zum Wetter der kommenden Tage.

Deutschlandvorhersage:

für Samstag, 08.August 2026
Heute heiter bis sonnig und trocken. Am Alpenrand vereinzelte Schauer. Wieder ansteigende Temperaturen auf 27 bis 33, im Norden auf 23 bis 27 Grad, an den Küsten etwas kühler. Meist schwachwindig.
In der Nacht zum Sonntag locker bewölkt oder klar, niederschlagsfrei. Abkühlung auf 17 bis 9 Grad.
für Sonntag, 09.August 2026
Am Sonntag neben einigen hohen Wolkenfeldern häufig sonnig. Im südlichen Bergland im Tagesverlauf Quellwolken, nachfolgend vereinzelte Schauer und Gewitter. Verbreitet heiß bei Höchstwerten zwischen 30 und 35 Grad, im äußersten Norden und an der See 24 bis 29 Grad. Schwacher bis mäßiger, teils böig auffrischender Wind aus unterschiedlichen Richtungen.
In der Nacht zum Montag im äußersten Norden Bewölkungszunahme und etwas Regen. Im Süden und Osten noch vereinzelt Schauer und Gewitter. Tiefstwerte zwischen 20 und 13 Grad.
für Montag, 10.August 2026
Am Montag im Norden zeitweise dichter bewölkt und von der Nordsee bis nach Mecklenburg-Vorpommern etwas Regen. Im Tagesverlauf im Süden und Osten einzelne Schauer und Gewitter. Im Nordwesten und Norden Höchstwerte zwischen 20 und 29 Grad, sonst heiß bei 30 bis 36 Grad. Mäßiger, in Böen teils frischer Wind aus Nordwest bis West.
In der Nacht zum Dienstag im Norden und an den Alpen noch vereinzelte Schauer. Sonst nachlassende Schauer- und Gewittertätigkeit und gering bewölkt oder klar. Tiefstwerte 17 bis 9 Grad.
für Dienstag, 11.August 2026
Am Dienstag im Westen und Südwesten vielfach sonnig, sonst wechselnd bewölkt, an der Nordsee etwas Regen möglich. Am Alpenrand örtlich Gewitter. In der Nordhälfte Höchstwerte 19 bis 25, sonst 26 bis 32, im Südwesten bis 34 Grad. Schwacher, an der See mäßiger Wind aus nördlichen Richtungen.
In der Nacht zum Mittwoch vielfach klar, im Norden und Süden einzelne Wolkenfelder. Tiefstwerte 16 bis 6 Grad.
Hinweis:

Über die aktuelle Warnsituation können Sie sich jederzeit unter www.dwd.de oder in der Warnwetter-App des Deutschen Wetterdienstes informieren.
 

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Wetterlage

08-08-2026 03:10

 

Ein sich ostwärts verlagerndes Hoch lenkt wieder zunehmend heiße Luftmassen nach Deutschland. Am Samstag erreichen diese zunächst den Südwesten, am Sonntag auch den Rest des Landes. GEWITTER: Am Sonntagnachmittag im südlichen Bergland geringe Gewitterneigung. Dabei neben Starkregen um 15 l/qm in kurzer Zeit vor allem lokale Gefahr von schweren Sturmböen um 90 km/h (Bft 10).HITZE:Am Sonntag besonders im Süden zunehmende Hitzebelastung.

 

Deutschlandvorhersage heute

08-08-2026 03:10

 

Überwiegend sonnig und vor allem im Süden zunehmend heiß.

 

Am Samstag heiter bis sonnig und trocken. Am Alpenrand vereinzelte Schauer. Wieder ansteigende Temperaturen auf 27 bis 33, im Norden auf 23 bis 27 Grad, an den Küsten etwas kühler. Meist schwachwindig.In der Nacht zum Sonntag locker bewölkt oder klar, niederschlagsfrei. Abkühlung auf 17 bis 9 Grad.

 

Deutschlandvorhersage morgen

08-08-2026 03:10

 

Am Sonntag neben einigen hohen Wolkenfeldern häufig sonnig. Im südlichen Bergland im Tagesverlauf Quellwolken, nachfolgend vereinzelte Schauer und Gewitter. Verbreitet heiß bei Höchstwerten zwischen 30 und 36 Grad, im äußersten Norden und an der See 24 bis 29 Grad. Schwacher bis mäßiger, teils böig auffrischender Wind aus unterschiedlichen Richtungen. In der Nacht zum Montag im äußersten Norden Bewölkungszunahme und etwas Regen. Im Süden und Osten noch vereinzelt Schauer und Gewitter. Tiefstwerte zwischen 20 und 13 Grad.

 

Deutschlandvorhersage Übermorgen

08-08-2026 05:40

 

Am Montag im Norden zeitweise dichter bewölkt und von der Nordsee bis nach Mecklenburg-Vorpommern etwas Regen. Im Tagesverlauf im Süden und Osten einzelne Schauer und Gewitter. Im Nordwesten und Norden Höchstwerte zwischen 20 und 29 Grad, sonst heiß bei 30 bis 36 Grad. Mäßiger, in Böen teils frischer Wind aus Nordwest bis West. In der Nacht zum Dienstag im Norden und an den Alpen noch vereinzelte Schauer. Sonst nachlassende Schauer- und Gewittertätigkeit und gering bewölkt oder klar. Tiefstwerte 17 bis 9 Grad.

 

Deutschlandvorhersage Tag 4

08-08-2026 05:40

 

Am Dienstag im Westen und Südwesten vielfach sonnig, sonst wechselnd bewölkt, an der Nordsee etwas Regen möglich. Am Alpenrand örtlich Gewitter. In der Nordhälfte Höchstwerte 19 bis 25, sonst 26 bis 32, im Südwesten bis 34 Grad. Schwacher, an der See mäßiger Wind aus nördlichen Richtungen. In der Nacht zum Mittwoch vielfach klar, im Norden und Süden einzelne Wolkenfelder. Tiefstwerte 16 bis 6 Grad.

 

10-Tage-Deutschlandvorhersage

08-08-2026 12:20

VHDL17 DWOG 081200
Deutscher Wetterdienst
10-Tage-Vorhersage für Deutschland
von Dienstag, 11.08.2026 bis Dienstag, 18.08.2026
ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
am Samstag, 08.08.2026, 13:50 Uhr

Oft sonniges und wieder zunehmend heißes Hochsommerwetter, ab Freitag
ansteigendes Gewitterpotential.


Vorhersage für Deutschland bis Samstag, 15.08.2026,
Am Dienstag im Westen und Südwesten vielfach sonnig, sonst wechselnd
bewölkt, an der Nordsee etwas Regen möglich. Am Alpenrand örtlich
Gewitter. In der Nordhälfte Höchstwerte 19 bis 25, sonst 26 bis 33
Grad. Schwacher, an der See mäßiger Wind aus Nord bi Nordwest.
In der Nacht zum Mittwoch vielfach klar, im Norden und Süden einzelne
Wolkenfelder. Tiefstwerte 16 bis 6 Grad.

Am Mittwoch im Nordosten zeitweise wolkig, sonst meist sonnig und
trocken. Allenfalls an den Alpen und im Südschwarzwald einzelne
Schauer und Gewitter nicht ausgeschlossen. Höchstwerte im Norden 20
bis 25, in der Mitte und im Westen 25 bis 31 und im Süden 28 bis 34
Grad. Schwacher Wind aus östlichen Richtungen.
In der Nacht zum Donnerstag gering bewölkt oder klar bei Tiefstwerten
zwischen 17 und 8 Grad.

Am Donnerstag meist sonnig, gegen Abend im Südwesten und äußersten
Westen etwas Quellbewölkung, aber auch dort voraussichtlich trocken.
Höchstwerte im Norden und Osten 26 bis 31 Grad, an den Küsten kühler,
sonst heiße 30 bis 36 Grad. Schwacher Wind aus östlichen Richtungen.
In der Nacht zum Freitag gering bewölkt oder klar, im Westen und
Südwesten teils wolkig, einzelne Schauer nicht ausgeschlossen.
Tiefstwerte 19 bis 12 Grad.

Am Freitag nach oft sonnigem Start in der Südwesthälfte Bildung von
Quellwolken und einzelne Schauer und teils kräftige Gewitter möglich.
Höchstwerte 28 bis 37 Grad, an den Küsten kühler. Schwacher Wind aus
Ost bis Süd, im Westen im Tagesverlauf auf Südwest drehend.
In der Nacht zum Samstag teils wolkig, teils klar. Vor allem vom
Südwesten über die Mitte bis in den Osten einzelne Schauer und
Gewitter möglich. Tiefstwerte 20 bis 13 Grad.

Am Samstag vielfach sonnig oder locker bewölkt, in der Südosthälfte
teils auch wolkig. Dort einzelne Schauer und teils kräftige Gewitter.
Im Tagesverlauf auch im Norden Wolkenfelder. Höchstwerte zwischen 26
Grad im Norden und 35 Grad im Südwesten, an den Küsten kühler. Von
lokalen Gewitterböen abgesehen meist schwachwindig.
In der Nacht zum Sonntag im Südosten gering bewölkt oder klar, im
Nordwesten aufziehende Wolkenfelder, abklingende Gewitter.
Tiefstwerte 19 bis 13 Grad.


Trendprognose für Deutschland, von Sonntag, 16.08.2026 bis Dienstag,
18.08.2026,
Leicht unbeständig, gebietsweise mit Schauern und teils kräftigen
Gewittern. In der Mitte und im Süden zunächst weiterhin heiß, aber
allmählich etwas zurückgehende Temperaturen.

Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dr. rer. nat. Markus Übel

 

Thema des Tages

08-08-2026 10:50


Wissenschaft kompakt

Geschichte der Meteorologie - Teil 13: Etablierung nationaler
meteorologischer Institute ab etwa 1800 in Europa (a)


Ab etwa 1800 setzten in den verschiedenen Staaten meteorologische
Entwicklungen hin zu nationalen meteorologischen Diensten ein.
Schwerpunkt dieser Abhandlung bilden Länder vorwiegend im westlichen
und nördlichen Europa.

Im letzten Thema des Tages zur Geschichte der Meteorologie wurde die
Entwicklung bis um das Jahr 1800 beschrieben. In diesem Teil der
Serie zur Geschichte der Meteorologie wird die Gründung und
Etablierung nationaler meteorologischer Institute, die als Vorläufer
nationaler Wetterdienste gelten, im westlichen europäischen Raum
beleuchtet. Abweichend von den bisherigen Folgen erfolgt die
Gliederung hier nach Nationen. Entwicklungen im östlichen und
südlichen europäischen Raum sowie außerhalb Europas und in Richtung
internationaler Institutionen werden in weiteren separaten Teilen der
Serie behandelt.

Ende des 18. Jahrhunderts setzte sich die Erkenntnis durch, dass ein
internationales meteorologisches Messnetz an Wetterstationen
eingerichtet werden sollte. Erste Versuche hierzu waren die
Bemühungen der "Academia del Cimento" in Florenz 1654,
durchschlagende Ergebnisse brachte die Societas Meteologica Palatina
ab 1780 zustande. Diese Gesellschaft organisierte als erste die
Durchführung und Veröffentlichung weltweiter Wetterbeobachtungen.

Im Zuge sozialer Umwälzungen in Frankreich durch die und im Nachgang
der Französischen Revolution 1789 gleichzeitig auftretenden
Missernten legte die neue Regierung den Fokus auf die Landwirtschaft
und die diese beeinflussende Meteorologie. Zu Beginn des 19.
Jahrhunderts waren zahlreiche meteorologische Stationen in den Rahmen
wissenschaftlicher Gesellschaften oder universitärer Schulen
eingebunden, die unabhängig voneinander arbeiteten. 1854 wurde ein
Messnetz zur Niederschlagsmessung eingeführt, mit dem Hochwasser an
Flüssen, besonders an der Seine, prognostiziert werden sollte. 1854
zeigte der französische Mathematiker und Astronom Urbain Le Verrier
(1811-1877), dass ein Sturm über dem Schwarzen Meer über Europa
verfolgt werden konnte, dieser hätte bei Nutzung von Telegraphen
vorhergesagt werden können. Dies führte zur Gründung eines
meteorologischer Dienstes am zentralen Observatorium Paris 1855. Le
Verrier wurde zu dessen Direktor bestellt. Nur drei Tage nach der
Gründung des meteorologischen Dienstes präsentierte er die erste
Wetterkarte Frankreichs. Die Koordination der meteorologischen
Messungen war für ihn mit Schwierigkeiten verbunden. 1857 wurden
erstmals meteorologische Beobachtungen in tabellarischer Form
veröffentlicht. 1863 wurde erstmals in einer Karte eine barometrische
Analyse des Vortags publiziert. Diese Karten wurden nachfolgend an
Häfen verteilt. Von 1864 bis 1877 wurden 58
Wetterbeobachtungsstationen in reguläre Schulen eingebunden. Um
Hagelschäden einzugrenzen, wurde 1865 mit dem Studium von
Gewitterwolken begonnen. Beobachter waren angehalten, aufgetretene
Schäden mit den beobachteten Gewitterwolken in Zusammenhang zu
bringen. Dies führte zur Analyse einer Schadenslinie, jenem Weg,
welchen ein Gewitter zurücklegte. 1870 wurde das gemessene
Regenwasser untersucht, um Rückschlüsse auf die chemische
Zusammensetzung der Atmosphäre zu gewinnen. 1878 wurde das Zentrale
Meteorologische Büro in Frankreich gegründet. Dieses sollte die
Wetterbeobachtungsstationen neu organisieren, Warnhinweise für Häfen
und Landwirte ausgeben und Studien zu Bewegungen in der Atmosphäre
durchführen. Erster Direktor wurde der französische Physiker und
Meteorologe Eleuthere Mascart (1837-1908). Er führte einen Warndienst
sowie eine klimatologische Abteilung ein und vergrößerte das Messnetz
auf 160 Stationen, darunter Regional- und Bergstationen. 1898 wurde
der erste französische Wetterballon gestartet. 1921 wurde das
Zentrale Meteorologische Büro in ein Nationales Meteorologisches Amt
aufgewertet. 1922 wurden täglich meteorologische Berichte ausgegeben.

Im Vereinigten Königreich Großbritannien und Irland wurden im 19.
Jahrhundert zunächst nur unkoordinierte individuelle
Wetterbeobachtungen durchgeführt. 1840 untersuchte die
Statistik-Abteilung einen Zusammenhang zwischen sozialen Faktoren,
hier besonders die Anzahl von Todesfällen und meteorologischen
Phänomenen. Dies veranlasste den britischen Meteorologen und
Aeronauten James Glaisher (1809-1903) von der Abteilung für
Erdmagnetismus und Meteorologie des Observatoriums Greenwich, die
Beobachtungen der Wetterstationen zu koordinieren. So entstand 1845
ein Messnetz aus neun Stationen, 1875 war das Messnetz auf 50
Stationen angewachsen. 1848 wurden erstmals in der Londoner Zeitung
"Daily News" Wetterbeobachtungen in verschiedenen britischen Städten
veröffentlicht. 1850 wurde die British Meteorological Society ins
Leben gerufen. Der erste offizielle meteorologische Dienst wurde 1854
als "Meteorologische Abteilung im Handelsministerium" in Westminster
gegründet. Hauptaufgabe war das Sammeln, die Verifikation und die
Analyse meteorologischer Beobachtungsdaten von Schiffen und von
Küstenstationen. 1861 wurden Wettervorhersagen an Zeitungen
veröffentlicht. Im selben Jahr begann der erste Direktor der
meteorologischen Abteilung, der britische Marineoffizier und
Meteorologe Robert FitzRoy (1805-1865), Sturmereignisse zu
untersuchen. Dabei fertigte er Karten an, die er zunächst als
"synoptische Karten" bezeichnete. Der Begriff leitet sich vom
griechischen Wort "synoptikos" ab, was so viel wie "einen Überblick
gebend" bedeutet. Auf diesen Karten waren Sturmzentren und
umströmende Luftbewegungen verzeichnet. Nach seinem Tod endeten die
Wettervorhersagen und ein Ständiger Ausschuss führte den Dienst
weiter. 1867 wurde ein Wetterdienst gegründet, welcher vom
Handelsministerium getrennt war. Dieser Dienst umfasste Abteilungen
für Seewetterkunde, meteorologische Telegraphenberichte und
Agrarmeteorologie. Erster Direktor wurde der irische Meteorologe
Robert Henry Scott (1833-1916). Zwischen 1867 und 1874 wurden Marine-
und Handelsschiffe mit Barometern, Hygrometern und Thermometern
ausgestattet. Damit konnten meteorologische Beobachtungen aus allen
Weltmeeren von Grönland bis Australien gewonnen werden, was zur
Optimierung von Routen in der Seeschifffahrt führte. Beobachtungen an
Land wurden ab 1868 an mehreren Hauptobservatorien durchgeführt,
unter anderem Kew (London), Falmouth (Cornwall), Stonyhurst
(Nordengland), Aberdeen, Glasgow (beide Schottland) und Armagh
(Nordirland). Die meteorologische Gesellschaft (heute Royal
Meteorological Society) koordinierte die Sammlung der
meteorologischen Daten. Diese waren maßgeblich für die spätere
Theorie der Bildung der Kaltfront der Bergener Schule in Norwegen.
Ein Hauptaugenmerk des meteorologischen Dienstes war die
Sturmvorhersage für die Seeschifffahrt. Eine erste Sturmwarnung wurde
1868 veröffentlicht. Diese Prognosen existieren bis heute und sind
unter dem Namen Shipping Forecast (Seewetterdienst) bekannt.
Wetterprognosen wurden wieder ab 1879 erstellt. Erwähnenswert ist,
dass Niederschlagsmessungen unabhängig davon durch die 1859
gegründete "British Rainfall Organization" durchgeführt wurden. Deren
Messnetz wuchs zwischen 1862 und 1903 von 453 auf 4200 Stationen.
1911 wurden erstmals im Seewetterdienst Vorhersagegebiete als
Seegebiete definiert. 1919 wurde die Niederschlagsmessung in den
britischen Wetterdienst integriert.

In Belgien waren die wichtigsten meteorologischen Aktivitäten am
Königlichen Astronomischen Observatorium in Brüssel konzentriert.
Dessen Direktor, der belgische Astronom und Statistiker Adolphe
Quetelet (1796-1874) stellte 1823 fest, dass es unmöglich sei,
astronomische Beobachtungen ohne Kenntnisse der Struktur von Erde und
Atmosphäre zu analysieren. 1833 starteten dort meteorologische
Messungen und 1839 folgten phänologische Beobachtungen. Quetelet
versuchte, statistische Erkenntnisse auf den Gebieten der
Meteorologie und des Erdmagnetismus anzuwenden. Er veröffentlichte
zwischen 1845 und 1857 eine ausführliche Monographie zum Klima von
Belgien. Sein Nachfolger, der belgische Astronom, Geograph und
Biologe Jean-Charles Houzeau (1820-1888) gründete 1878 ein Messnetz
aus meteorologischen und klimatologischen Stationen, welches
regelmäßige Beobachtungsdaten hoher Qualität lieferte. 1898 begann
der meteorologische Dienst des Brüsseler Observatoriums als eigene
Institution zu arbeiten. Erster Direktor war der belgische Astronom
und Meteorologe Albert Lancaster (1849-1908).

Unter Leitung des niederländischen Wissenschaftlers Christoph Buys
Ballot (1817-1890) starteten nach dem Bau eines kleinen
meteorologischen Observatoriums auf der Bastion Sonnenborgh in
Utrecht 1847 meteorologische Messungen im Staatsgebiet der
Niederlande. Dieses Observatorium wurde 1854 zum
Königlich-Niederländischen Meteorologischen Institut (KNMI), dessen
Direktor Ballot bis zu seinem Lebensende blieb. 1854 startete ein
kleines Messnetz mit vier Stationen in Utrecht, Groningen, Gelder und
Vlissingen mit je drei täglichen Wetterbeobachtungen, das schnell
ausgebaut wurde. Durch diese Beobachtungen erkannte man den
Zusammenhang zwischen Luftdruck und Windrichtung, wodurch Ballot 1857
das Barische Windgesetz (Gesetz von Buys-Ballot) formulieren konnte.
Durch verschiedene Kolonien besonders in Südostasien bestand reges
Interesse, meteorologische Beobachtungen auf Schiffen durchzuführen.
Ab 1856 wurden maritim-meteorologische Karten publiziert. Ballot
ergänzte sein Messnetz um internationale Stationen und unterstützte
die Einrichtung von Forschungsstationen rund um die Polarregionen im
Rahmen eines Polarjahres. Ballot gilt als Begründer der Meteorologie
in den Niederlanden und Initiator der internationalen Klimaforschung.
Unter der Leitung des niederländischen Meteorologen Maurits Snellen
(1840-1907) wurde 1897 das KNMI an seinen heutigen Standort in De
Bilt verlegt.

Die Bildung eines meteorologischen Netzwerkes in den deutschen
Staaten wurde durch die politische Zersplitterung im 19. Jahrhundert
stark erschwert und unterblieb daher.

Der preußische Meteorologe, Geograph und Statistiker Wilhelm Mahlmann
(1812-1848) organisierte 1846 ein vorläufiges, 35 Stationen
umfassendes meteorologisches Beobachtungsnetz in Preußen. 1847 wurde
das Königlich Preußische Meteorologische Institut (PMI) als Abteilung
des Preußischen Statistischen Instituts gegründet, welches als
meteorologische Zentralstelle des Beobachtungsmessnetzes diente. Die
wesentlichen wissenschaftlichen Aktivitäten wurden von dem
preußischen Geographen Alexander von Humboldt (1769-1859)
koordiniert. Der Schwerpunkt der Forschung lag auf der
Agrarmeteorologie. 1849 wurde der Physiker und Meteorologe Heinrich
Wilhelm Dove (1803-1879) aus Schlesien Institutsdirektor. Dove
stellte das nach ihm benannte Gesetz der Drehung der Winde auf und
gilt als Begründer der heutigen Wissenschaft der Meteorologie und der
Wettervorhersage. Er veröffentlichte 1828 Wetterkarten, die
Windbewegungen an stürmischen Tagen zwischen 1821 und 1823 zeigen.
1865 wurde in Berlin eine "Zentralstelle für Sturmwarnungen"
eingerichtet. Eine intensivere Mitwirkung des Preußischen
Meteorologischen Instituts an der internationalen Entwicklung kam
erst wieder unter dem Meteorologen und Klimatologen Gustav Hellmann
(1854-1939) aus Schlesien, der von 1882 bis 1885 als Interimsleiter
eingesetzt war, sowie dem bayerischen Physiker und Meteorologen
Wilhelm von Bezold (1837-1907), der von 1885 bis 1907 im Deutschen
Reich ordentlicher Leiter des Instituts war, zustande. 1891 wurde das
Observatorium in Potsdam fertiggestellt. Erdmagnetmessungen starteten
1890, meteorologische Messungen folgten ab 1893. Erster Direktor
wurde der preußische Meteorologe Adolf Sprung (1848-1909).

1867 wurde in Hamburg durch den Mathematiker und Ozeanographen
Wilhelm von Freeden (1822-1894) aus Ostfriesland die Norddeutsche
Seewarte gegründet. Sie und ihr Nachfolger, die 1875 gegründete
Deutsche Seewarte, war eine Zentralanstalt zur Förderung der
maritimen Meteorologie im Deutschen Reich. Erster Direktor wurde der
aus der bayerischen Pfalz stammende Geophysiker und Polarforscher
Georg von Neumayer (1826-1909). Der Deutschen Seewarte oblag der 1875
neu geschaffene Seewetterdienst, den der russisch-deutsche Geograph
und Meteorologe Wladimir Köppen (1846-1940) leitete. Die Deutsche
Seewarte koordinierte die Forschung der maritimen Meteorologie sowie
die Sammlung von Beobachtungen über physikalische Verhältnisse des
Meeres und die meteorologischen Erscheinungen auf hoher See, die in
Schiffsjournalen (Logbücher) durch die Schiffskapitäne erfasst
wurden. Die Prüfung meteorologischer Messinstrumente sowie
Chronometer und ab 1906 die Bearbeitung der Küstenmeteorologie und
des Sturmwarnungswesens waren ebenfalls wesentliche Arbeitsinhalte
der Deutschen Seewarte. Dazu wurden Zweigniederlassungen,
Nebenstellen und Überseestationen aufgebaut. Ab 1876 wurden tägliche
Wetterkarten veröffentlicht. Die Deutsche Seewarte gilt als Vorgänger
des Deutschen Wetterdienstes.

In Bayern hatte der bayerische Naturforscher Gabriel Knogler
(1759-1838) ab 1798 die Leitung des meteorologischen Observatoriums
und die erste Professur für Meteorologie an der Kurfürstlichen
Baier'schen Landesuniversität zu Landshut inne. Er gab 1802 das erste
deutsche meteorologische Lehrbuch "Die Meteorologie" heraus. 1879
wurde die Königlich Bayerische Meteorologische Centralstation in
München gegründet. Im selben Jahr begannen meteorologische Messungen.
1882 gab es in Bayern 45 Wetterstationen. 1883 richtete der
bayerische Meteorologe Fritz Erk (1857-1909) eine meteorologische
Bergstation auf dem Wendelstein ein. 1893 wurde er Direktor der
Centralstation. 1900 richtete er auch die Wetterwarte auf der
Zugspitze ein. 1910 übernahm der deutsche Physiker, Meteorologe und
Klimatologe August Schmauß (1877-1954) die Leitung der Centralstation
von Erk. 1917 wurde die Centralstation in Bayerische
Landeswetterwarte umbenannt.

Auch in anderen damaligen deutschen Ländern wurden Wetterstationen
eingerichtet. 1882 gab es beispielsweise in Württemberg 24 und in
Baden 16 meteorologische Stationen.

Für die Einrichtung eines Wetterdienstes in Norwegen spielte der
große Bedarf an Wetterberichten für die riesigen Fischereiflotten und
Handelsschiffe eine entscheidende Rolle. Der Leiter des
Telegraphendienstes, der norwegische Regierungsbeamte Carsten Tank
Nielsen (1818-1892), stattete 1860 fünf seiner Stationen mit
meteorologischen Instrumenten aus. Von diesen Stationen aus wurden
Berichte per Telegraph nach Christiania (dem heutigen Oslo) und an
das Pariser Observatorium gesendet, das zu dieser Zeit begann,
regelmäßige Wettervorhersagen zu erstellen. Der Wetterbeobachter an
der Sternwarte in Christiania war 1864 der norwegische Meteorologe
und Ozeanograph Henrik Mohn (1835-1916). Er sandte der
Polytechnischen Gesellschaft einen Bericht mit dem Titel "Moderne
Meteorologie und Wettervorhersage". Daraufhin begannen Vorbereitungen
zur Gründung eines Departments für Meteorologie an der Universität
Christiania. Das Meteorologische Institut wurde 1866 gegründet und
Mohn wurde zum ersten Direktor bestellt. Er erhöhte rasch die Anzahl
der Wetterstationen. Die dort gesammelten Daten erlaubten
klimatologische Studien, die Mohn als "Klimaatlas für Norwegen" 1916
publizierte. Mohn gilt als Begründer der Meteorologie und
Ozeanographie in Norwegen. 1870 wurde der "Sturmatlas des
Norwegischen Meteorologischen Institutes" veröffentlicht. Das
meteorologische Observatorium in Christiania wurde 1906 eröffnet.
Neben anderen Messungen wurden dort auch Messungen der
atmosphärischen Elektrizität durchgeführt. Um den Zustand der
Atmosphäre in verschiedenen Höhen zu untersuchen, wurden 1909 in
Christiania Messungen mit Versuchsballons aufgenommen.

Erste meteorologische Messungen in Schweden wurden 1722 am
Observatorium in Uppsala durchgeführt. Diese Daten wurden erst 1855
veröffentlicht. Das erste meteorologische Netzwerk wurde auf
Initiative des schwedischen Physikers und Meteorologen Erik Edlund
(1819-1888) innerhalb der Schwedischen Akademie der Wissenschaften
1856 bis 1858 eingerichtet. Die Akademie gründete 1873 das Zentrale
Meteorologische Institut (Meteorologiska Centralanstalt) in
Stockholm. Erster Direktor wurde Edlund. Das Messnetz bestand 1879
aus 32 Wetterstationen. Die Schwedische Gesellschaft für
Landwirtschaft gründete 1876 ein Niederschlagsmessnetz mit über 200
Stationen. Der Direktor des Observatoriums in Uppsala, der
schwedische Meteorologe Hugo Hildebrand Hildebrandsson (1838-1925),
hat hierzu einen besonderen Beitrag geleistet. Zu den Messungen und
Beobachtungen gehörten: Gewitterwolken, Hagelschäden, nächtliche
Herbst- und Frühlingsfröste sowie das Auftauen und Zufrieren vieler
Flüsse und Seen in Schweden. Insbesondere wurden erstmals
Mikroklimamessungen der Lufttemperatur in verschiedenen Höhen über
dem Boden durchgeführt. Die Bewegungen von Cirrus-Wolken wurden
beobachtet. Hildebrandsson organisierte solche Wolkenbewegungen an 21
Stationen, um die Luftströmungen in der Höhe zu untersuchen.
Hildebrandsson war maßgeblich an der Klassifizierung Wolken beteiligt
und gilt als Entdecker der Southern Oscillation, da ihm erstmals
Zusammenhänge der Luftdruckschwankungen zwischen Sydney und Buenos
Aires aufgefallen waren. 1878 wurde in Stockholm eine kleine
Abteilung für nautische Meteorologie (Nautisk Meteorologiska Buran)
gegründet. Die Messungen wurden auf einer kleinen Anzahl von Schiffen
während der Fahrt über den Atlantik durchgeführt. 1880 wurden die
ersten Wettervorhersagen veröffentlicht. 1908 wurde ein
hydrographischer Dienst gegründet, der insbesondere im Bereich der
Niederschläge und der Schneebedeckung eng mit dem Zentralen
Meteorologischen Institut kooperierte.

Der spanische Mediziner Francisco Fernandez Navarrete (1680-1742)
schlug 1737 vor, ein meteorologisches Beobachtungsnetz in Spanien zu
errichten. Beobachtungsberichte sollten an die Königliche Akademie
für Medizin in Madrid gesendet werden. Es gingen nur wenige Berichte
ein. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts nahmen astronomische und
meteorologische Aspekte beim Militär und in der Marine Spaniens einen
höheren Stellenwert ein. Der Seefahrer Alessandro Malaspina di
Mulazzo (1754-1809) aus der Toskana und der Generalkapitän der
dortigen Marine, der spanische Marineoffizier Pedro Fitz-James Stuart
(1720-1791), legten 1790 einen Vorschlag zur Einrichtung eines
Netzwerks von Wetterbeobachtungsstationen vor. In diesem wurden nur
Wetterbeobachtungen von 1814 bis 1834 zusammengetragen und keine
Messungen, was den wissenschaftlichen Wert schmälerte. 1847 wurde das
Astronomische Observatorium Madrid fertiggestellt, welches als
meteorologisches Zentrum für Spanien galt. 1850 wurde ein Messnetz
mit 23 Wetterstationen eingerichtet, deren Organisationsgrad ab 1858
durch die Junta de Estadistica, die Statistische Kommission,
verbessert wurden. 1874 begannen systematische Wetterbeobachtungen
und Messungen auf Schiffen.

In Portugal wurden zwischen November 1724 und Januar 1725 erstmals
täglich mit Instrumenten gemessene Wetterdaten in Lissabon durch den
portugiesischen Mediziner Diogo Nunes Ribeiro (1668-1744)
aufgezeichnet. Am 19. November 1724 traf ein schwerer Sturm Lissabon,
was in den Aufzeichnungen mit einem Druckfall des Barometers von 37
hPa in 26 Stunden ablesbar war. Aus Funchal auf Madeira liegen
Aufzeichnungen von Temperatur, Luftdruck und Niederschlag zwischen
1749 und 1753 vor, die der englische Mediziner Thomas Heberden
(1703-1769) durchführte. 1853 wurde das erste Meteorologische und
Geophysikalische Observatorium an der Polytechnischen Schule auf
Vorschlag des portugiesischen Mathematikers Guilherme Pegado
(1803-1885) gegründet, der dann zum ersten Direktor bestellt wurde.
Er schlug die Etablierung eines Messnetzes vor und 1854 starteten
systematische Messungen. 1856 wurde das Observatorium in den heute
noch bekannten Namen Observatorium des Institutes Dom Luis umbenannt.
Neben meteorologischen Beobachtungsreihen war Pegado auch an
Messungen des Erdmagnetismus und atmosphärischer Elektrizität
interessiert. 1865 wurden Wetterstationen auf den Azoren und auf
Madeira eröffnet. Ab 1865 wurden Wettervorhersagen für Portugal
erstellt, ab 1882 wurden Analysekarten veröffentlicht, die die
Wettersituation darstellten. Verbindungen zu meteorologischen
Beobachtungen durch Stationen in Kolonien wie Macau und Angola waren
mit Schwierigkeiten verbunden. Schwerpunkte meteorologischer
Forschung verlagerten sich zum Atlantik. 1901 begann ein unabhängiger
meteorologischer Dienst auf den Azoren. Nach Eingliederung der
Polytechnischen Schule in die Fakultät für Naturwissenschaften der
Universität Lissabon war das nun bezeichnete Zentrale Meteorologische
Observatorium für den nationalen Klimadient verantwortlich. 1937
wurde der portugiesische Physiker Herculano Amorim Ferreira
(1895-1974) von den Azoren zum Direktor des Observatoriums bestellt.
Er erweiterte die meteorologischen Aufgaben des Observatoriums. 1946
wurde der nationale meteorologische Wetterdienst gegründet, dessen
erster Direktor Ferreira wurde.

Über frühe meteorologische Messungen in Dänemark liegen nur wenige
Erkenntnisse vor. 1742 wurde die Königliche Dänische Akademie der
Wissenschaften gegründet, die kurz darauf erste meteorologische
Messungen am Rundetaarn-Observatorium in Kopenhagen veranlasste.
Erste systematische meteorologische Beobachtungen liegen für
Kopenhagen ab 1768 vor. Der dänische Physiker und Chemiker und
Naturphilosoph Hans Christian Oersted (1777-1851) schlug 1820 vor,
dass systematische Beobachtungen meteorologischer Bedingungen in
Dänemark durchgeführt werden sollten. Doch erst nach einem berühmten
Ereignis während des Krimkriegs 1854, als ein Sturm die
englisch-französische Flotte überraschte (siehe auch im Abschnitt zu
Frankreich oben), kam Bewegung in die Sache. Auf Initiative des
dänischen Physikers und Ingenieurs Ludwig August Colding (1815-1888)
wurde 1872 das Dänische Meteorologische Institut gegründet. Colding
forschte besonders zur Wärmelehre, er veröffentlichte auch ein Werk
über tropische Zyklonen. Das Institut hatte unter seinem ersten
Leiter, dem dänischen Meteorologen Niels Hoffmeyer (1836-1884),
anfangs vier Mitarbeiter und sollte Beobachtungsdaten beschaffen,
diese an die Öffentlichkeit verbreiten und die Meteorologie
wissenschaftlich weiterentwickeln. Hoffmeyer erwarb sich wesentliche
Verdienste durch die Zusammenstellung synoptischer Wetterkarten und
durch die Untersuchung der Einwirkung und Verteilung von Land und
Wasser auf Temperatur und Luftdruck an skandinavischen Küsten. 1873
wurden erstmals meteorologische Messungen auf Bornholm und 1874 auf
Jütland durchgeführt. Auf den Färöer-Inseln wurde eine Wetterstation
in Torshavn 1873 in Betrieb genommen. Seit dieser Zeit liegen
Temperaturdaten vor, Niederschlagsdaten folgen ab 1890. Auf Grönland
wurde die erste Wetterstation in Godthaab (Nuuk) 1784 errichtet. 1807
folgten weitere in Jakobshavn (Ilulissat) in West- und Julianehaab
(Qaqortoq) in Südgrönland. Die erste Wetterstation in
Nordwestgrönland startete 1873 in Upernarvik mit Messungen. Aus
Ostgrönland liegen seit 1895 durch die Wetterstation Ammassalik
(Tasiilaq) Messdaten vor. Nordgrönland folgte erst 1948 mit einer
Wetterstation in Pituffik.

Island gehörte lange Zeit zu Dänemark. Im 17. und 18. Jahrhundert war
es nur wenigen Isländern vergönnt, eine naturwissenschaftliche
akademische Ausbildung in Kopenhagen zu erlangen. Die Royal Society
in London schickte 1664 ein Thermometer nach Island. Nur in einem
Brief aus dieser Zeit wurde es erwähnt und somit ist unklar,
inwieweit es eingesetzt wurde. Ungünstige Wetterbedingungen und
Meereisverhältnisse führten wiederholt zu Hungerkatastrophen auf
Island. Die ersten Wetterbeobachtungen führte der dänische Jurist
Niels Horrebow (1712-1760) während eines Islandaufenthaltes von
August 1749 bis zum Juli 1751 in Bessastadhir durch. Horrebow
veröffentlichte das Werk "Tilforladelige efterretninger om Island"
(Die Naturgeschichte von Island). 1779 errichtete die Königlich
Dänische Akademie der Wissenschaften ein erstes meteorologisches und
astronomisches Observatorium in Lambhus nahe Reykjavik. Daneben gab
es meteorologische Messungen durch Privatpersonen, beispielsweise
durch den isländischen Schriftsteller und Distriktverwalter Magnus
Ketilsson (1732-1803) zwischen 1779 und 1802 in Budhardalur sowie den
isländischen Mediziner und Naturforscher Sveinn Palsson (1762-1840)
zwischen 1798 und 1812 im Süden Islands. Palsson veröffentlichte ein
grundlegendes Werk zur isländischen Glaziologie und Vulkanologie.
1807 wurde eine Wetterstation im Norden Islands in Akureyri eröffnet
und eine siebenjährige Messreihe begann. Der isländische Mediziner
Jon Thorsteinsson Thorstensen (1794-1855) führte 1820 bis 1854 in
Zusammenarbeit mit der Königlich Dänischen Akademie der
Wissenschaften meteorologische Messungen in Reykjavik durch. Der
isländische Handels- und Heimatwissenschaftler Arni Olafsson
Thorlacius (1802-1891) führte von 1845 bis 1891 Messungen von
Temperatur, Luftdruck und Niederschlag in Stykkisholmur durch, was
den Beginn systematischer Messungen in Island markierte. 1920, zwei
Jahre nach der Unabhängigkeit Islands, wurde Vedhurstofa Islands, der
Isländische Meteorologische Dienst, gegründet. Erster Direktor wurde
der isländische Physiker und Meteorologe Thorkell Thorkelsson
(1876-1961).

Im nächsten Teil dieser Serie wird dieselbe Entwicklung im östlichen
und südlichen Teil Europas beleuchtet.

Dipl.-Met Markus Eifried

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 08.08.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
 

Aktuelle Beobachtungswerte - Deutschland

Wetterbeobachtungen von Samstag, 08.08.2026, 16:00 Uhr

 
STATION HÖHE LUFTD. TEMP. U% RR1 DD FF FX Wetter+Wolken Böen
Helgoland 4 1022.4 19.7 60 0.0 S 7 12 --- ---
List/Sylt 26 1022.3 20.6 57 0.0 SW 17 29 wolkenlos ---
Schleswig 43 1022.1 22.5 46 0.0 SW 6 21 --- ---
Leuchtturm Kiel 5 ------ --- --- ---- -- --- --- --- ---
Kiel 27 1022.1 21.0 52 0.0 SO 9 18 --- ---
Fehmarn 3 1023.1 19.8 56 0.0 O 11 17 --- ---
Arkona 42 1023.5 19.5 66 0.0 W 17 28 wolkenlos ---
Norderney 11 1022.1 19.7 59 0.0 N 14 19 --- ---
Cuxhaven 5 1022.2 20.7 60 0.0 N 13 17 wolkenlos ---
Hamburg-Flh. 11 1022.3 23.0 42 0.0 SO 8 17 --- ---
Schwerin 59 1022.9 22.6 43 0.0 SW 5 20 --- ---
Rostock 4 1023.6 20.3 56 0.0 N 12 15 wolkenlos ---
Greifswald 2 1023.4 20.8 60 0.0 O 9 17 --- ---
Emden 0 1021.6 22.8 47 ---- SO 6 17 --- ---
Bremen-Flh. 5 1021.3 24.2 38 0.0 S 9 23 wolkenlos ---
Lüchow 17 1022.4 24.1 39 0.0 N 3 16 wolkenlos ---
Marnitz 81 1022.8 22.3 40 0.0 S 5 11 wolkenlos ---
Waren 70 1023.0 22.7 44 0.0 S 8 16 wolkenlos ---
Neuruppin 38 1022.8 23.6 33 0.0 S 5 15 --- ---
Angermünde 56 1023.4 22.3 40 0.0 W 6 12 wolkenlos ---
Münster/Osnabr.-Flh. 48 1020.3 25.9 32 0.0 SO 7 22 wolkenlos ---
Hannover-Flh. 59 1021.5 24.6 40 0.0 O 9 25 wolkenlos ---
Magdeburg 76 1022.1 25.2 35 0.0 O 8 21 wolkenlos ---
Potsdam 81 1022.9 23.6 36 0.0 N 7 20 wolkenlos ---
Berlin-Brandenburg-Flgh. 46 1023.0 23.0 38 0.0 SO 10 26 wolkenlos ---
Berlin-Tempelhof 48 1023.0 23.3 38 0.0 N 4 27 wolkenlos ---
Lindenberg 98 1023.0 22.3 41 0.0 NO 7 16 wolkenlos ---
Düsseldorf-Flh. 45 1019.3 27.4 28 0.0 S 5 21 wolkenlos ---
Essen 150 1019.2 27.0 32 0.0 NW 8 19 --- ---
Kahler Asten 839 ------ 21.6 36 0.0 O 8 23 wolkenlos ---
Bad Lippspringe 157 1020.2 24.6 37 0.0 SO 11 24 wolkenlos ---
Brocken 1142 ------ 17.0 47 0.0 S 15 27 wolkenlos ---
Leipzig-Flh. 142 1021.7 24.6 33 0.0 O 6 22 wolkenlos ---
Dresden-Flh. 227 1021.7 23.9 36 0.0 NO 6 21 wolkenlos ---
Cottbus 69 1022.8 23.3 36 0.0 NO 12 18 wolkenlos ---
Görlitz 238 1022.3 23.7 39 0.0 W 8 23 wolkenlos ---
Aachen 231 1018.5 26.6 29 0.0 NO 14 27 --- ---
Nürburg 485 1017.2 27.0 24 0.0 NW 5 18 wolkenlos ---
Köln/Bonn-Flh. 92 1018.9 28.6 27 0.0 S 7 23 wolkenlos ---
Gießen/Wettenberg 203 1018.3 28.2 24 0.0 NW 9 24 --- ---
Wasserkuppe 921 ------ 24.8 30 0.0 SO 11 21 wolkenlos ---
Meiningen 450 1018.7 25.8 24 0.0 O 10 27 wolkenlos ---
Erfurt 316 1020.0 25.2 34 0.0 O 14 37 wolkenlos ---
Gera 311 1020.8 24.8 38 0.0 NO 13 26 wolkenlos ---
Fichtelberg 1213 ------ 20.1 42 0.0 SO 15 31 wolkenlos ---
Trier 265 1016.3 30.9 23 0.0 N 10 30 wolkenlos ---
Hahn-Flh. 497 1017.1 26.7 27 ---- S 12 24 --- ---
Frankfurt/M-Flh. 112 1018.1 30.2 23 0.0 O 8 23 wolkenlos ---
OF-Wetterpark 119 1018.0 30.3 24 0.0 W 7 28 --- ---
Würzburg 268 1018.3 30.5 23 0.0 W 9 19 --- ---
Bamberg 239 ------ --- --- ---- -- --- --- --- ---
Hof 567 1018.9 25.2 32 0.0 S 8 19 wolkenlos ---
Weiden 438 1017.9 27.1 --- 0.0 NO 9 20 wolkenlos ---
Saarbrücken-Flh. 320 1016.2 29.9 25 0.0 O 8 22 wolkenlos ---
Karlsruhe-Rheinst. 116 1016.5 32.3 23 0.0 NO 10 25 wolkenlos ---
Mannheim 96 1017.3 31.5 22 0.0 W 6 18 wolkenlos ---
Stuttgart-Flh. 371 1016.3 30.6 21 0.0 N 8 22 wolkenlos ---
Öhringen 276 1016.7 31.1 21 0.0 NW 9 24 wolkenlos ---
Nürnberg-Flh. 314 1018.1 28.1 25 0.0 N 8 17 wolkenlos ---
Regensburg 366 1017.2 31.2 22 0.0 W 8 17 wolkenlos ---
Straubing 351 1017.9 28.3 31 0.0 SO 6 19 wolkenlos ---
Großer Arber 1436 ------ 19.0 44 0.0 NO 6 18 --- ---
Lahr 155 1015.9 32.2 28 0.0 N 13 24 wolkenlos ---
Freudenstadt 797 ------ 27.6 29 0.0 NO 10 27 wolkenlos ---
Stötten 734 1015.9 27.5 29 0.0 O 7 23 wolkenlos ---
Augsburg 462 1016.8 28.5 28 0.0 O 18 31 wolkenlos ---
München-Flh. 444 1016.7 29.1 30 0.0 NO 10 23 --- ---
Fürstenzell 476 1017.2 28.4 32 0.0 O 10 20 --- ---
Feldberg/Schw. 1486 ------ 20.3 46 0.0 N 10 22 --- ---
Konstanz 443 1014.6 31.9 28 0.0 N 9 22 wolkenlos ---
Kempten 705 1014.8 28.0 39 0.0 O 10 22 wolkenlos ---
Oberstdorf 806 ------ 27.6 49 0.0 NW 18 31 wolkenlos ---
Zugspitze 2960 ------ 8.9 85 ---- SW 6 20 Nebel ---
Hohenpeißenberg 977 ------ 24.7 41 0.0 NO 12 29 wolkenlos ---
  • HÖHE:
  • m über NN
  • LUFTD.:
  • auf Meereshöhe reduzierter Luftdruck in hPa
  • TEMP.:
  • Lufttemperatur in Grad Celsius
  • U%:
  • Relative Luftfeuchte in %
  • RR1:
  • Niederschlagsmenge, einstündig, mm ist gleich Liter pro
  • DD:
  • Windrichtung
  • FF:
  • Windgeschwindigkeit letztes 10-Minutenmittel in km/h
  • FX:
  • höchste Windspitze während der letzten Stunde in km/h
  • ---:
  • Wert nicht vorhanden

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Wetterbericht Deutschland

Samstag, 08.08.2026

 

 
Am Samstag beginnt das Wochenende mit zahlreichen Sonnenstunden und trocken. Am Himmel zeigen sich im Westen und Süden nur wenige, im Norden ab und zu helle Schönwetterwolken. Selbst in den Alpen und im Bayerischen Wald besteht nur eine geringe Wahrscheinlichkeit für Schauer oder Gewitter. Die Temperaturen steigen auf Höchstwerte zwischen 25 und 33 Grad. Lediglich an der Küste ist es mit 22 bis 24 Grad etwas kühler. Der Wind weht größtenteils nur schwach, an der Küste mäßig aus verschiedenen Richtungen.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es im Nordwesten wolkig, sonst gering bewölkt oder sternenklar und trocken. Die Tiefsttemperaturen liegen zwischen Helgoland und dem Bayerischen Wald zwischen 18 und 11 Grad.

Am Sonntag wird es im Westen, Südwesten und an den Alpen nach oft sonnigen oder nur gering bewölktem Beginn allmählich wolkiger. Dabei ziehen gebietsweise Quellwolken vorüber. Nachmittags und abends gehen allerdings nur vereinzelt Schauer oder Gewitter nieder. Meist bleibt es freundlich und trocken. Die Temperaturen steigen bis zum Nachmittag auf 24 bis 36 Grad. Der Wind weht oft nur schwach, gebietsweise mäßig, an der Küste auch frisch aus südlichen bis unterschiedlichen Richtungen.

 

Am Montag wechseln sich größtenteils Sonnenschein und Wolken ab. Nur in Küstennähe kann es durch einzelne Schauer, an den Alpen örtlich auch Gewitter unbeständiger werden. An der Küste liegen die Höchsttemperaturen am Nachmittag zwischen 21 und 26, sonst wird es mit 24 bis 35 Grad wärmer und heißer. Dazu weht ein schwacher bis mäßiger, vereinzelt frischer Wind aus südwestlichen bis nordwestlichen Richtungen. Dabei treten gebietsweise frische bis starke Böen auf.

 

Am Dienstag geht es fast überall trocken, heiter oder mit einem Mix aus Sonne und Wolken weiter. Allenfalls direkt an den Alpen entwickeln sich stellenweise Schauer und Gewitter. Zwischen Sylt und Freiburg werden Höchsttemperaturen zwischen 19 und 34 Grad gemessen. Es weht ein schwacher, gebietsweise mäßiger Wind aus verschiedenen Richtungen.

 

Wetteraussichten Deutschland

08.08.2026, 06:33 Uhr | Dipl.-Met. Markus Eifried
Wetteraussichten
 

Ein sich ostwärts verlagerndes Hoch lenkt wieder zunehmend heiße Luftmassen nach Deutschland. Am Samstag erreichen diese zunächst den Südwesten, am Sonntag auch den Rest des Landes. Überwiegend sonnig und vor allem im Süden zunehmend heiß.

Am Samstag heiter bis sonnig und trocken. Am Alpenrand vereinzelte Schauer. Wieder ansteigende Temperaturen auf 27 bis 33, im Norden auf 23 bis 27 Grad, an den Küsten etwas kühler. Meist schwachwindig. In der Nacht zum Sonntag locker bewölkt oder klar, niederschlagsfrei. Abkühlung auf 17 bis 9 Grad.