ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale in Offenbach am
Mittwoch, 10.06.2026, 10:15 Uhr
Schlagzeile:
Tief ROSI - eine "Never Ending Story"?
Deutschlandübersicht:
Offenbach, Mittwoch, den 10.06.2026, 10:15 Uhr -
"Da beim Wetter nichts ewig währt, wohnt der Überschrift natürlich auch eine gewisse Übertreibung inne und sie ist bewusst mit einem Fragezeichen versehen. Aber es ist schon bemerkenswert, wie hartnäckig Tief ROSI seinen/ihren Platz auf den Wetterkarten verteidigt.
Schon heute ist vor der Südspitze Grönlands das nächste kräftige Tief auszumachen, dass von der FU Berlin wohl auf den Namen SABINA getauft werden sollte. SABINA nimmt aktuell Kurs auf das Seegebiet südlich von Island, und man könnte erwarten, dass SABINA im Laufe der nächsten Tage dann die Reste von Tief ROSI, sozusagen die ROSI-Reste, schluckt. Ein Blick auf die Modelle deutet aber eine andere Entwicklung an. Das potentielle Tief SABINA schleppt sich mehr oder weniger nach Osten, ihm fehlt die Unterstützung eines helfenden Höhentiefs, und so trifft am Freitag über dem südlichen Nordmeer eine schon erschöpfte SABINA auf die noch halbwegs kräftige ROSI, und ROSI schluckt dann eher die Reste von SABINA, als dass es anders herum wäre. Da dem potentiellen Tief SABINA so schnell der Garaus gemacht zu werden scheint, könnte es auch passieren, dass das Tief letztendlich namenlos bleibt und die FU Berlin mit dem Namen SABINA auf eine Vertreterin wartet, die mehr Einfluss auf das
Wettergeschehen in Deutschland hat (denn das ist letztendlich einer der entscheidenden Faktoren dafür, dass überhaupt ein Name vergeben wird).
Wobei man an dieser Stelle schon wieder kurz innehalten muss. Denn Einfluss auf unser Wetter hat die potentielle SABINA schon. Vielleicht nicht mit ihrem Tiefkern, wohl aber mit ihrem Frontensystem, das in der Nacht zum Freitag von Westen auf Mitteleuropa übergreift. Die Warmfront schafft es auf jeden Fall bis zu uns, bei der Kaltfront muss man mal schauen, eventuell wird sie von einem Hoch über der Biskaya blockiert und bleibt dann mehr oder weniger im Nordwesten Deutschlands hängen.
Man kann sich diese theoretischen Überlegungen leisten, denn für das Wetter gilt in den kommenden Tagen das, was auch in den zurückliegenden Tagen galt: Es ist wechselhaft, zeit- und gebietsweise regnet es, wobei Blitz und Donner zumindest lokal mit von der Partie sind. Dazu frischt der Wind auch mitunter auf, er kommt zumeist aus westlicher Richtung. Das Ganze macht der Schafskälte genannten meteorologischen Singularität alle Ehre, es macht die Vorhersagen aber schwer, weil die Modelle durchaus noch unterschiedliche Schwerpunkte beim Regen setzten, sowohl was die Intensität, als auch was die räumliche Verteilung angeht.
Am Wochenende entscheidet sich dann, wohin die Reise in der kommenden Woche geht. Ein Teil der Modelle bleibt diesbezüglich verhalten, sogar ein neuerlicher moderater Kälterückfall ist nicht ausgeschlossen. Andere Modelle sehen eine moderate Erwärmung. Das wäre dann auch noch kein Hochsommer, es wäre aber vielleicht ein Teilstück auf dem Weg dorthin. "
Das erklärt Dipl.-Met. Martin Jonas von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach zum Wetter der kommenden Tage.
Deutschlandvorhersage:
für Mittwoch, 10.Juni 2026Heute wechselnd, im Südosten auch stark bewölkt. Dabei verbreitet Schauer und kurze Gewitter, am Alpenrand Regen, dort in Hochlagen Schnee. Am ehesten trocken von Vorpommern bis zur Altmark. Höchstwerte teils nur bei 13 Grad südlich der Donau und bis zu 21 Grad in Brandenburg. Mäßiger, bei Schauern und Gewittern böiger Wind aus West bis Südwest.
In der Nacht zum Donnerstag gebietsweise weitere Schauer, vor allem an den Küsten und im Mittelgebirgsraum. Am Alpenrand allmählich nachlassender Niederschlag. Tiefstwerte 11 bis 4 Grad.
für Donnerstag, 11.Juni 2026
Am Donnerstag wechselnd bewölkt mit verbreiteten Schauern und einzelnen Gewittern, im Tagesverlauf Verlagerung der Schauer- und Gewitteraktivität in die östlichen Landesteile. In Hochlagen der Alpen dabei teils Schnee. Abends von Westen wieder Bewölkungszunahme. Höchstwerte 15 bis 20 Grad. Mäßiger, teils auch frischer und stark böiger Wind um West.
In der Nacht zum Freitag von West nach Ost ausbreitender Regen, im Süden sowie von Vorpommern bis nach Sachsen meist trocken. Tiefstwerte 13 bis 6 Grad.
für Freitag, 12.Juni 2026
Am Freitag teils wechselnd, teils aber auch stark bewölkt, dabei zeitweise schauerartig verstärkter Regen, auch den Osten und Süden erreichend. Am östlichen Alpenrand länger anhaltender Regen. Höchstwerte 16 bis 23 Grad. Mäßiger bis frischer, küstennah und im Bergland auch böig auffrischender Westwind.
In der Nacht zum Samstag wechselnd oder stark bewölkt mit weiteren Schauern, an östlichen Alpenrand weiterhin anhaltender Regen. Minima zwischen 15 und 9 Grad.
für Samstag, 13.Juni 2026
Am Samstag im Norden und Osten regnerisch, im Südwesten, im Tagesverlauf zunehmend auch in der Mitte sonnig und trocken. Tagesmaxima zwischen 16 Grad an der Küste und bis 28 Grad am Oberrheingraben. Frischer, zeitweise böiger West bis Nordwestwind, an der Küste und auf den Bergen auch stürmisch.
In der Nacht zu Sonntag im Norden oft stark bewölkt mit etwas Regen, im Südwesten teils klar und meist trocken. Tiefstwerte zwischen 13
und 8 Grad.
Über die aktuelle Warnsituation können Sie sich jederzeit unter www.dwd.de oder in der Warnwetter-App des Deutschen Wetterdienstes informieren.
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
Wetterlage
10-06-2026 00:42
Mit einer westlichen Strömung gelangt subpolare Meeresluft in den Vorhersageraum, die den Wetterablauf wechselhaft gestaltet. GEWITTER:Heute in weiten Landesteilen, außer einigen Regionen im Nord- und Südosten, einzelne Gewitter mit teils stürmischen Böen 8 Bft.Am Donnerstag vor allem im Norden und Osten erneut einzelne Gewitter.WIND: Heute am ehesten an der Nordsee steife Böen bis 60 km/h aus Südwest bis West.DAUERREGEN:Bis in die Nacht zum Donnerstag zwischen Werdenfelser und Berchtesgadener Land Regen. Niederschlagsmengen 40 bis 60 l/qm. SCHNEEFALL:In den Alpen oberhalb etwa 2000 m Schneefall, in Staulagen Schneedecke um 10 cm.
Deutschlandvorhersage heute
10-06-2026 00:42
Wechselhaft mit Schauern und einzelnen Gewitter, am Alpenrand gebietsweise Dauerregen. Mäßig warm.
Heute Früh südlich der Donau teils regnerisch, in Hochlagen der Alpen Schnee. Im Nordseeumfeld Schauer, einzelne Gewitter. Sonst kaum Regen. 11 bis 5 Grad. Tagsüber wechselnd bewölkt, Schauer und kurze Gewitter. Am Alpenrand Regen, dort in Hochlagen Schnee. Höchstwerte 15 bis 21 Grad. Mäßiger, bei Schauern und Gewittern böiger Wind aus West bis Südwest.In der Nacht zum Donnerstag gebietsweise weitere Schauer, anfangs an den Küsten weitere Schauer, am Alpenrand anfangs noch regnerisch, im Nachtverlauf auch im Südosten weitgehend abklingend, in Hochlagen Schnee. Tiefstwerte 10 bis 4 Grad.
Deutschlandvorhersage morgen
10-06-2026 05:42
Am Donnerstag wechselnd bewölkt mit verbreiteten Schauern und einzelnen Gewittern, im Tagesverlauf Verlagerung der Schauer- und Gewitteraktivität in die östlichen Landesteile. In Hochlagen der Alpen dabei teils Schnee. Abends von Westen wieder Bewölkungszunahme. Höchstwerte 15 bis 20 Grad. Mäßiger, teils auch frischer und stark böiger Wind um West.In der Nacht zum Freitag von West nach Ost ausbreitender Regen, im Süden sowie von Vorpommern bis nach Sachsen meist trocken. Tiefstwerte 13 bis 6 Grad.
Deutschlandvorhersage Übermorgen
10-06-2026 05:42
Am Freitag teils wechselnd, teils aber auch stark bewölkt, dabei zeitweise schauerartig verstärkter Regen, auch den Osten und Süden erreichend. Am östlichen Alpenrand länger anhaltender Regen. Höchstwerte 16 bis 23 Grad. Mäßiger bis frischer, küstennah und im Bergland auch böig auffrischender Westwind.In der Nacht zum Samstag wechselnd oder stark bewölkt mit weiteren Schauern, an östlichen Alpenrand weiterhin anhaltender Regen. Minima zwischen 15 und 9 Grad.
Deutschlandvorhersage Tag 4
10-06-2026 05:42
Am Samstag im Norden und Osten regnerisch, im Südwesten, im Tagesverlauf zunehmend auch in der Mitte sonnig und trocken. Tagesmaxima zwischen 16 Grad an der Küste und bis 28 Grad am Oberrheingraben. Frischer, zeitweise böiger West bis Nordwestwind, an der Küste und auf den Bergen auch stürmisch.In der Nacht zu Sonntag im Norden oft stark bewölkt mit etwas Regen, im Südwesten teils klar und meist trocken. Tiefstwerte zwischen 13 und 8 Grad.
10-Tage-Deutschlandvorhersage
10-06-2026 12:20
VHDL17 DWOG 101200
Deutscher Wetterdienst
10-Tage-Vorhersage für Deutschland
von Samstag, 13.06.2026 bis Samstag, 20.06.2026
ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
am Mittwoch, 10.06.2026, 13:54 Uhr
Zunächst wechselhaft und windig bis stürmisch, kommende Woche von
Südwesten freundlicher und deutlich wärmer.
Vorhersage für Deutschland bis Mittwoch, 17.06.2026,
Am Samstag im Norden und Osten wolkig und zahlreiche Schauer sowie
örtliche Gewitter, in der Mitte selten Schauer, im Südwesten heiter
und trocken. Tagesmaxima zwischen 15 Grad an der Küste und bis 28
Grad im Oberrheingraben. Frischer, zeitweise böiger West- bis
Nordwestwind, an der Küste und auf den Bergen stürmisch.
In der Nacht zum Sonntag im Norden und Osten oft stark bewölkt und
Schauer, an der See örtlich Gewitter, im Südwesten teils klar und
meist trocken. Tiefstwerte zwischen 13 und 8 Grad.
Am Sonntag im Norden und Osten wolkig und einige Schauer, örtlich
Gewitter. In der Mitte und am Alpenrand wechselnd bewölkt und
einzelne Schauer oder Gewitter, sonst im Süden trocken und heiter.
Höchstwerte um 18 Grad im Norden und bis zu 26 Grad am südlichen
Oberrhein und am Hochrhein. Frischer, zeitweise böiger West- bis
Nordwestwind, an der Küste und auf den Bergen stürmisch.
In der Nacht zum Montag im Norden wolkig und weitere Schauer, im
Südwesten gering bewölkt und trocken. Tiefstwerte 14 bis 7 Grad.
Am Montag im Norden und Osten überwiegend wolkig, örtlich Schauer. In
der Mitte weitgehend trocken und im Südwesten heiter und
niederschlagsfrei. Maximal 16 bis 25 Grad. Mäßiger, an der See
frischer nordwestlicher Wind.
In der Nacht zum Dienstag im Norden Wolkenfelder und gebietsweise
etwas Regen. Sonst gering bewölkt und trocken. Abkühlung auf 13 bis 6
Grad.
Am Dienstag in der Nordhälfte Durchzug kompakter Wolkenfelder,
gebietsweise etwas Regen. Sonst meist heiter und trocken. Höchstwerte
zwischen 17 Grad in Flensburg und 28 Grad in Freiburg. Schwacher bis
mäßiger, an der See teils frischer West- bis Nordwestwind.
In der Nacht zum Mittwoch im Norden wolkig und gebietsweise leichter
Regen. Sonst gering bewölkt und trocken. Tiefstwerte 16 bis 8 Grad.
Am Mittwoch im Süden heiter, sonst wechselnd bewölkt und im Norden
örtlich leichter Regen. Erwärmung auf 19 bis 29 Grad, am Oberrhein
bis zu 30 Grad. Schwacher bis mäßiger, an der Ostsee teils frischer
West- bis Nordwestwind.
In der Nacht zum Donnerstag im Norden Wolkenfelder, weitgehend
trocken. Sonst gering bewölkt. Tiefstwerte zwischen 17 und 10 Grad.
Trendprognose für Deutschland, von Donnerstag, 18.06.2026 bis
Samstag, 20.06.2026,
Meist sommerlich warm, im Süden auch heiß. Im Süden meist trocken, im
Norden und Nordwesten teils kräftige Schauer und Gewitter.
Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / M.Sc.-Met. Thore Hansen
Thema des Tages
10-06-2026 12:20
Wissenschaft kompakt
Das Observatorium auf dem Hohen Sonnblick
Meteorologische Observatorien auf exponierten Berggipfeln sind sehr
aufwendig und somit kostenintensiv im Betrieb und in der
Unterhaltung, sie liefern aber wertvolle Daten über den Zustand und
die Entwicklung der unteren Troposphäre. Im heutigen Thema des Tages
werfen wir einen Blick nach Österreich zum Observatorium auf dem
Hohen Sonnblick.
Wie schon am gestrigen Dienstag entführt Sie das Thema des Tages in
die Berge. Dabei gilt das Augenmerk heute dem Hohen Sonnblick (Höhe
3106 m über der Adria) in der Goldberggruppe der Hohen Tauern. Er
liegt auf dem Gebiet des Raurisertals im österreichischen Bundesland
Salzburg (Abbildung 1). Zusammen mit seinen Nachbargipfeln, dem 3123
m ü. A. hohen Schareck und dem 3254 m ü. A. hohen Hochgarn, dem
höchsten Gipfel der Goldberggruppe, bilden sie einen Teil der Grenze
des Bundeslandes Salzburg zum benachbarten Kärnten.
Wer in der Region unterwegs ist, bewegt sich im Bereich des
Tauernfensters, eines geologisch außergewöhnlichen Gebiets, das von
seiner westlichen Begrenzung am Brenner bis etwa ins österreichische
Lungau recht und von Nord nach Süd eine Ausdehnung von etwa 30 km
aufweist. Das Tauernfenster gilt als besonders mineralienreich, im
Raurisertal äußert sich diese Tatsache unter anderem in nicht
unerheblichen Goldvorkommen.
Bis hierhin hat das Ganze noch nicht viel mit Meteorologie zu tun.
Aber bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden in der
meteorologischen Community die Stimmen lauter, nach der vermehrt auch
in exponierten Höhenlagen Messstationen betrieben werden sollten.
Diese Forderung wurde sowohl beim ersten Meteorologenkongress 1873 in
Wien als auch beim zweiten Meteorologenkongress 1879 in Rom erhoben.
Bei Letzterem wurde sogar die Empfehlung ausgesprochen, es möge doch
- bitte schön - ein ganzes Netzwerk von Messstationen werden.
Der Vorteil von Höhenmessungen liegt dabei auf der Hand: Das
Beobachtungsgebiet quasi in die dritte Dimension zu erweitern und auf
diese Art und Weise Daten zu sammeln, die einen wesentlichen Baustein
zum Verständnis atmosphärischer Prozesse liefern. Darüber hinaus
konnten die so gewonnenen Daten verglichen werden, einerseits mit den
Messungen in tieferen Lagen, andererseits aber auch mit den damals
aufkommenden Drachen- und Ballonmessungen. Und, last but not least,
war man getrieben von der Hoffnung auf bessere Vorhersagen. Mit
anderen Worten: Man wollte den sympathischen Maiöc
(https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2026/6/9.html)
und seine Bauernregeln gerne in Rente schicken - was aber bis heute
nicht so ganz geklappt hat.
Wie auch immer, in der Folge wurde eine Reihe von
Hochgebirgs-Observatorien eingerichtet. Auf dem Säntis in der Schweiz
war man 1882 soweit. Auf der Zugspitze begann man im Jahr 1900 mit
den Messungen, so dass der DWD im letzten Jahr das 125. Jahr der
Messungen auf Deutschlands höchstem Berg feiern konnte. In Österreich
suchte der später sogar geadelte Meteorologe Julius Ferdinand Hann
(Abbildung 2), der damalige Direktor der Zentralanstalt für
Meteorologie und Geodynamik (ZAMG, heute Teil von GeoSphere Austria),
einen adäquaten Standort. Er landete bei seiner Suche letztendlich im
Gebiet des Tauernfensters ? und dort wiederum im Raurisertal.
Und das war durchaus kein Zufall. Denn die Region war für damalige
Maßstäbe vergleichsweise hoch industrialisiert. Zur Blütezeit des
Tauernbergbaus kamen etwa 10 % des weltweiten Goldes aus der Region.
Und der Bergwerksbesitzer Ignaz Rojacher (ebenfalls Abbildung 2), dem
man nachsagt, er habe neben dem elektrischen Strom und dem Telefon
auch die Ski (oder doch die Schi?) nach Rauris gebracht, unterstützte
den Bau eines Observatoriums auf dem Hohen Sonnblick. Die
Herausforderungen waren enorm, nicht nur finanziell. So mussten die
Baumaterialien allesamt entweder getragen oder mit provisorischen
Seilbahnen gezogen werden. Hier kam den Erbauern sicherlich das
Wissen aus dem Bergbau zugute. Auch die klimatischen Bedingungen
waren sehr anspruchsvoll, im vieljährigen Mittel steigt die
Temperatur tagsüber nur zwischen Juni und September auf positive
Werte (Abbildung 3). Wobei die Angabe der Regentage in Abbildung 3
mit Vorsicht zu genießen ist, handelt es sich dabei doch fast
ausschließlich um Schneetage.
Eingeweiht wurde das Observatorium letztendlich 1886. Es ist bis
heute die höchstgelegene meteorologische Beobachtungsstation
Österreichs und wenig überraschend hat sie auch einige Rekorde zu
bieten. So wurde z. B. am 9. Mai 1944 mit 11,9 m die höchste in
Österreich je gemessene Schneedecke registriert.
Das Aufgabenfeld des Observatoriums auf dem Hohen Sonnblick hat sich
im Laufe der Jahre und Jahrzehnte gewandelt bzw. wurde erweitert. Ein
Schwerpunkt liegt heute auf der Klimaforschung. Die (vermutlich
durchweg männlichen) Teilnehmer der ersten beiden
Meteorologenkongresse hatten sicherlich das Thema Klimawandel nicht
auf der Agenda und folglich war ihnen vermutlich auch nicht klar,
dass der Klimawandel im Hochgebirge noch schneller voranschreitet als
in tieferen Lagen.
Die Abbildung 4 zeigt dies sehr eindrücklich. Für das Zeitfenster von
1886, der Inbetriebnahme des Observatoriums am Hohen Sonnblick, bis
zum Jahr 2025 zeigt sie die jährlichen Mittelwerte der Temperatur
ebenso wie einen gleitenden tiefpassgefilterten Durchschnitt. Während
die Mitteltemperatur auf dem Hohen Sonnblick zu Henns und Rojachers
Zeiten noch bei etwa -7°C gelegen hat, nähert sie sich aktuell von
unter der -3°C-Marke, was mithin einem Anstieg der Mitteltemperatur
von etwa 3,5°C entspricht (HISTALP steht dabei übrigens für
Historical Instrumental climatological Surface Time series of the
greater ALPine region).
Diese traurige Realität kann man vom Hohen Sonnblick täglich live
erleben, schließlich wartet das Gebiet neben einem beeindruckenden
Panorama auch mit dem ein oder anderen größeren oder kleineren
Gletscher auf. Einer davon ist das Goldbergkees, von dessen
zeitlicher Entwicklung die Abbildung 5 einen Eindruck vermitteln
soll. Während das obere Bild vom 8. August 2016 stammt, wurde das
untere Bild am 9. August 2025 aufgenommen. Der Masseverlust des
Goldbergkees ist dabei deutlich zu erkennen.
Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
Aktuelle Beobachtungswerte - Deutschland
Wetterbeobachtungen von Mittwoch, 10.06.2026, 16:00 Uhr
| STATION | HÖHE | LUFTD. | TEMP. | U% | RR1 | DD | FF | FX | Wetter+Wolken | Böen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Helgoland | 4 | 1015.1 | 14.5 | 72 | 0.0 | W | 12 | 22 | --- | --- |
| List/Sylt | 26 | ------ | --- | --- | ---- | -- | --- | --- | --- | |
| Schleswig | 43 | 1014.5 | 15.9 | 65 | 0.0 | W | 13 | 26 | Regen | --- |
| Leuchtturm Kiel | 5 | 1014.9 | 13.6 | 65 | ---- | W | 37 | 54 | --- | Windböen |
| Kiel | 27 | 1015.2 | 12.7 | 71 | 0.0 | W | 18 | 46 | leichter Regen | --- |
| Fehmarn | 3 | 1014.7 | 16.0 | 61 | 0.0 | W | 26 | 38 | Regen | --- |
| Arkona | 42 | 1015.5 | 17.0 | 57 | 0.0 | NW | 14 | 27 | --- | --- |
| Norderney | 11 | 1015.3 | 15.0 | 64 | 0.0 | W | 24 | 32 | --- | --- |
| Cuxhaven | 5 | 1015.2 | 15.8 | 63 | 0.0 | W | 19 | 32 | --- | --- |
| Hamburg-Flh. | 11 | 1015.7 | 14.1 | 69 | 0.1 | NW | 24 | 45 | Regen | --- |
| Schwerin | 59 | 1015.3 | 14.3 | 60 | 0.0 | S | 23 | 41 | Regen | --- |
| Rostock | 4 | 1014.6 | 19.4 | 44 | 0.0 | S | 6 | 21 | Regen | --- |
| Greifswald | 2 | 1015.2 | 19.3 | 44 | 0.0 | W | 10 | 24 | --- | --- |
| Emden | 0 | 1016.4 | 10.6 | 93 | 5.2 | -- | --- | --- | kräftiger Regen | --- |
| Bremen-Flh. | 5 | 1015.4 | 15.7 | 58 | 0.0 | NW | 12 | 48 | --- | --- |
| Lüchow | 17 | 1015.0 | 18.9 | 47 | 0.0 | SW | 10 | 24 | --- | --- |
| Marnitz | 81 | 1014.7 | 19.1 | 43 | 0.0 | SW | 10 | 24 | --- | --- |
| Waren | 70 | 1014.9 | 19.3 | 46 | 0.0 | SW | 9 | 20 | --- | --- |
| Neuruppin | 38 | 1015.0 | 19.5 | 43 | 0.0 | W | 8 | 18 | --- | --- |
| Angermünde | 56 | 1015.2 | 14.9 | 80 | 0.8 | O | 11 | 44 | leichter Regen | --- |
| Münster/Osnabr.-Flh. | 48 | 1017.2 | 13.2 | 71 | 0.0 | NW | 13 | 36 | --- | --- |
| Hannover-Flh. | 59 | 1015.1 | 19.4 | 45 | 0.0 | -- | --- | --- | --- | |
| Magdeburg | 76 | 1015.4 | 20.2 | 44 | 0.0 | W | 10 | 27 | --- | --- |
| Potsdam | 81 | 1014.7 | 19.7 | 42 | 0.0 | NW | 5 | 19 | Regen | --- |
| Berlin-Brandenburg-Flgh. | 46 | 1015.1 | 20.0 | 50 | 0.0 | O | 8 | 16 | --- | --- |
| Berlin-Tempelhof | 48 | 1015.1 | 19.8 | 44 | 0.0 | NW | 5 | 16 | --- | --- |
| Lindenberg | 98 | 1015.4 | 17.3 | 63 | 0.0 | O | 7 | 14 | --- | --- |
| Düsseldorf-Flh. | 45 | 1017.1 | 16.6 | 60 | 0.0 | SW | 14 | 29 | --- | --- |
| Essen | 150 | 1017.4 | 14.2 | 66 | 0.0 | W | 14 | 37 | --- | --- |
| Kahler Asten | 839 | ------ | 11.5 | 58 | 0.0 | W | 17 | 32 | --- | --- |
| Bad Lippspringe | 157 | 1015.5 | 18.3 | 44 | 0.0 | W | 17 | 32 | --- | --- |
| Brocken | 1142 | ------ | 8.7 | 64 | 0.0 | W | 26 | 39 | --- | --- |
| Leipzig-Flh. | 142 | 1015.7 | 19.2 | 41 | 0.0 | W | 21 | 31 | --- | --- |
| Dresden-Flh. | 227 | 1015.9 | 15.9 | 60 | 0.0 | SO | 19 | 29 | --- | --- |
| Cottbus | 69 | 1015.0 | 20.3 | 49 | 0.0 | SO | 8 | 24 | --- | --- |
| Görlitz | 238 | 1016.8 | 15.3 | 74 | 0.0 | S | 18 | 26 | leichter Regen | --- |
| Aachen | 231 | 1018.0 | 11.0 | 84 | 2.7 | W | 18 | 32 | leichter Regen | --- |
| Nürburg | 485 | 1016.7 | 14.4 | 54 | 0.0 | W | 13 | 31 | --- | --- |
| Köln/Bonn-Flh. | 92 | 1017.0 | 16.7 | 56 | 0.0 | NW | 22 | 36 | --- | --- |
| Gießen/Wettenberg | 203 | 1016.9 | 16.0 | 66 | 0.0 | S | 14 | 24 | Regen | --- |
| Wasserkuppe | 921 | ------ | 10.1 | 76 | 0.0 | W | 15 | 26 | Regen | --- |
| Meiningen | 450 | 1016.9 | 13.3 | 73 | 0.6 | W | 8 | 22 | kräftiger Regen | --- |
| Erfurt | 316 | 1016.0 | 15.6 | 58 | 0.1 | SW | 13 | 18 | Regen | --- |
| Gera | 311 | 1016.8 | 14.6 | 62 | 0.0 | O | 5 | 27 | leichter Regen | --- |
| Fichtelberg | 1213 | ------ | 8.8 | 78 | 0.0 | W | 19 | 30 | Regen | --- |
| Trier | 265 | 1018.1 | 12.6 | 87 | 10.3 | N | 3 | 33 | leichter Regen | --- |
| Hahn-Flh. | 497 | 1017.5 | 13.8 | 61 | ---- | W | 14 | 29 | --- | --- |
| Frankfurt/M-Flh. | 112 | 1017.8 | 16.4 | 59 | 0.0 | W | 22 | 31 | leichter Regen | --- |
| OF-Wetterpark | 119 | 1017.5 | 18.5 | 50 | 0.0 | SW | 13 | 26 | --- | --- |
| Würzburg | 268 | 1018.9 | 12.1 | 83 | 0.5 | W | 22 | 52 | leichter Regen | Windböen |
| Bamberg | 239 | 1017.4 | 15.8 | 51 | 0.0 | NW | 4 | 32 | --- | --- |
| Hof | 567 | 1015.8 | 15.3 | 52 | 0.0 | SW | 13 | 23 | --- | --- |
| Weiden | 438 | 1017.9 | 12.3 | 87 | 1.0 | S | 3 | 18 | leichter Regen | --- |
| Saarbrücken-Flh. | 320 | 1019.2 | 13.7 | 74 | 0.0 | S | 8 | 19 | Regen | --- |
| Karlsruhe-Rheinst. | 116 | 1019.9 | 13.7 | 67 | 0.0 | SW | 18 | 38 | Regen | --- |
| Mannheim | 96 | 1019.0 | 14.8 | 65 | 0.0 | W | 23 | 46 | leichter Regen | --- |
| Stuttgart-Flh. | 371 | 1019.0 | 12.5 | 81 | 2.2 | S | 9 | 24 | leichter Regen | --- |
| Öhringen | 276 | 1018.5 | 13.8 | 78 | 0.1 | SW | 12 | 36 | leichter Regen | --- |
| Nürnberg-Flh. | 314 | 1017.3 | 15.6 | 56 | 0.0 | S | 12 | 25 | Regen | --- |
| Regensburg | 366 | 1017.8 | 13.6 | 78 | 0.3 | S | 3 | 19 | leichter Regen | --- |
| Straubing | 351 | 1017.7 | 14.1 | 69 | 0.0 | S | 9 | 14 | leichter Regen | --- |
| Großer Arber | 1436 | ------ | 5.4 | 97 | 0.3 | N | 7 | 10 | Niederschlag | --- |
| Lahr | 155 | 1020.9 | 12.0 | 84 | 3.8 | N | 8 | 22 | leichter Regen | --- |
| Freudenstadt | 797 | ------ | 10.0 | 79 | 0.0 | W | 27 | 45 | leichter Regen | --- |
| Stötten | 734 | 1018.2 | 11.0 | 72 | 0.0 | S | 13 | 27 | Regen | --- |
| Augsburg | 462 | 1018.5 | 12.0 | 79 | 0.1 | W | 8 | 22 | leichter Regen | --- |
| München-Flh. | 444 | 1018.0 | 12.4 | 86 | 0.0 | SO | 7 | 15 | leichter Regen | --- |
| Fürstenzell | 476 | 1018.0 | 11.6 | 90 | 1.2 | W | 5 | 14 | leichter Regen | --- |
| Feldberg/Schw. | 1486 | ------ | 2.6 | 100 | 0.0 | W | 28 | 57 | Nebel | Windböen |
| Konstanz | 443 | 1020.7 | 10.6 | 88 | 1.4 | NW | 9 | 19 | Regen | --- |
| Kempten | 705 | 1019.0 | 11.3 | 79 | 0.0 | SW | 5 | 16 | leichter Regen | --- |
| Oberstdorf | 806 | ------ | 10.4 | 77 | 0.3 | N | 6 | 20 | leichter Regen | --- |
| Zugspitze | 2960 | ------ | -4.1 | 95 | ---- | N | 9 | 18 | leichter Schneefall | --- |
| Hohenpeißenberg | 977 | ------ | 9.0 | 92 | 0.0 | S | 6 | 10 | --- | --- |
- HÖHE:
- m über NN
- LUFTD.:
- auf Meereshöhe reduzierter Luftdruck in hPa
- TEMP.:
- Lufttemperatur in Grad Celsius
- U%:
- Relative Luftfeuchte in %
- RR1:
- Niederschlagsmenge, einstündig, mm ist gleich Liter pro m²
- DD:
- Windrichtung
- FF:
- Windgeschwindigkeit letztes 10-Minutenmittel in km/h
- FX:
- höchste Windspitze während der letzten Stunde in km/h
- ---:
- Wert nicht vorhanden
Copyright © Deutscher Wetterdienst
Wetterbericht Deutschland
Mittwoch, 10.06.2026

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag überwiegen dichte Wolkenfelder und verbreitet regnet es, örtlich auch kräftiger. Die Luft kühlt sich auf 11 bis 5 Grad ab.
Auch am Donnerstag hat es die Sonne schwer, und kommt am ehesten an der Nordsee und im Südwesten zum Vorschein. Häufig überwiegen graue Wolken, und es gehen zum Teil kräftige, auch mal anhaltende Regengüsse nieder. Im Norden und Osten entladen sich einige Gewitter mit starken bis stürmischen Böen. Die Höchstwerte bewegen sich am Nachmittag zwischen 12 und 21 Grad. Es weht ein schwacher bis mäßiger, gebietsweise auch frischer Wind aus westlichen bis nordwestlichen Richtungen.
Am Freitag zeigt sich teilweise wieder häufiger die Sonne, teilweise ist es noch wechselnd bis stark bewölkt. Im Tagesverlauf treten dabei gebietsweise Regenschauer auf. Die Wahrscheinlichkeit für Gewitter geht deutlich zurück. Die Temperaturen erreichen 12 bis 22 Grad. Der Wind weht schwach bis mäßig aus westlichen Richtungen.
Das Wochenende bringt in der Westhälfte und gebietsweise über der Mitte schon trockenere Luft mit einem Wechsel von Sonne und Wolken. Besonders in der Osthälfte, aber auch noch im Norddeutschen Flachland, über der Mitte und im Südosten gehen noch Regenschauer nieder. Am Nachmittag liegen die Temperaturen zwischen 16 und 23, im Westen und Südwesten wird es mit 24 bis 26 Grad noch etwas wärmer.
Wetteraussichten Deutschland
Mit einer westlichen Strömung gelangt subpolare Meeresluft in den Vorhersageraum, die den Wetterablauf wechselhaft gestaltet. Wechselhaft mit Schauern und einzelnen Gewitter, am Alpenrand gebietsweise Dauerregen. Mäßig warm.
Heute Früh südlich der Donau teils regnerisch, in Hochlagen der Alpen Schnee. Im Nordseeumfeld Schauer, einzelne Gewitter. Sonst kaum Regen. 11 bis 5 Grad. Tagsüber wechselnd bewölkt, Schauer und kurze Gewitter. Am Alpenrand Regen, dort in Hochlagen Schnee. Höchstwerte 15 bis 21 Grad. Mäßiger, bei Schauern und Gewittern böiger Wind aus West bis Südwest. In der Nacht zum Donnerstag gebietsweise weitere Schauer, anfangs an den Küsten weitere Schauer, am Alpenrand anfangs noch regnerisch, im Nachtverlauf auch im Südosten weitgehend abklingend, in Hochlagen Schnee. Tiefstwerte 10 bis 4 Grad.

