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Deutschlandwetter - aktuell

ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale in Offenbach am
Sonntag, 16.05.2021, 11:30 Uhr

 

Schlagzeile:
Alles wie gehabt...
 
Deutschlandübersicht:

Offenbach, Sonntag, den 16.05.2021, 11:30 Uhr -

"Die neue Woche steht in den Startlöchern, aber in der Wetterküche wird kein neues Menu komponiert - vielmehr hat man den Eindruck, die Reste der Vorwoche müssen noch weg...

Schon seit einigen Tagen bringt eine lebhafte westliche Strömung recht kühle Luftmassen vom Atlantik nicht nur nach Deutschland, sondern auch in weite Teile West- Mittel- und Südeuropas. Und diese Konstellation wird sich auch in der kommenden Woche nicht ändern. Während aktuell den Tiefs KAI (über Südskandinavien und der Ostsee) und LOTHAR (von der Keltischen See nach Norddeutschland ziehend) allmählich die Puste ausgeht, stehen auf dem Atlantik schon ein paar potentielle Nachfolger bereit. Einige von ihnen sind eher schmächtig, so dass noch nicht klar ist, ob sie mit einem eigenständigen Namen bedacht werden. Andere sind von eher stämmiger Natur, was die individuelle Namensgebung wahrscheinlicher macht. Was bei alledem klar ist: Die kommenden Tiefs heißen MARCO und NATHAN - und Wesentliches werden sie am Wettergeschehen nicht ändern.

Es bleibt in der kommenden Woche in Deutschland zumeist bei zonalen Wetterverhältnissen, das heißt, die Grundströmung ist eine westliche, und unserer "Wetterküche" ist - ein Klassiker - der Atlantik. Luftmassen von dort sind zumeist feucht und lassen weder in die eine noch in die andere Richtung Temperaturrekorde erwarten. Die Höchstwerte liegen entsprechend bei 12 bis 19 Grad, und das, so sieht es jetzt aus, bis ins kommende Wochenende hinein. Bei den nächtlichen Tiefstwerten bewegt sich die Spanne von 9 bis 2 Grad, und wenn nachts der Wind einschläft und sich länger die Sterne zeigen (sprich: die Wolken auflockern), dann ist in Bodennähe auch etwas Frost möglich. Was nicht wirklich an einen Wonnemonat erinnert.

Während die Temperaturen um Gleichbehandlung bemüht sind, hat der Wind klare Präferenzen. Er weht in der Südhälfte mäßig bis frisch und damit stärker als im Norden, wo er schwach bis mäßig "um die Ecke kommt". Für den Süden hat er weiters auch noch ein paar Böen im Gepäck, so dass auch die eine oder andere Windwarnung fällig werden dürfte. Vor allem am morgigen Montag sind bis in Flachland steife Böen Bft 7 (um 55 km/h) zu erwarten, und in exponierten Lagen geht es hoch bis zu Sturmböen (Bft 9, 75 bis 90 km/h). Das Nord-Süd-Gefälle bezüglich des Windes ist zwar auch an den anderen Tagen erkennbar, aber nicht so stark ausgeprägt wie am Montag, was dann in den kommenden Tagen im Süden wohl nur steife Böen Bft 7 oder hier und da mal eine stürmische Böen Bft 8 (60 bis 75 km/h) bedeutet.

Bleibt die Frage aller Fragen: Muss der Regenschirm immer mit? Und die Antwort lautet: Ja, wenn man auf Nummer sicher gehen will. Während am Montag deutschlandweit Schauer und auch einzelne Gewitter zu erwarten sind, scheinen diese am Dienstag und Mittwoch im Norden seltener zu sein als in der Mitte und im Süden. Mit anderen Worten: Am Dienstag und Mittwoch kann man sich im Norden auch mal ohne Schirm vor die Türe wagen - wobei natürlich auch immer die Frage ist, wie lange der Spaziergang geplant ist. In der Mitte und im Süden dagegen sind Schauer und Gewitter verbreiteter - und ein Regenschutz angesagt. Für die zweite Woche deutet sich vage eine Umkehr der Verhältnisse an - mit trockenerem Süden und feuchterem Norden. Das ist aber nur eine Tendenz, die obendrein mit Vorsicht zu genießen ist, da sich die Vorhersagemodelle für die zweite Wochenhälfte noch nicht einig sind. "


Das erklärt Dipl.-Met. Martin Jonas von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach zum Wetter der kommenden Tage.
Hinweis:

Die aktuellen Wetter- und Unwetterwarnungen finden Sie unter:
www.wettergefahren.de

Aktuelle Wetter- und Klimainformationen finden Sie unter:
www.dwd.de

Die Vorhersage- und Beratungszentrale des DWD ist rund um die Uhr
telefonisch erreichbar unter Tel.: 069/8062-3333


 

Deutschlandvorhersage:

für Sonntag, 16.Mai 2021
Heute Mittag und auch im weiteren Tagesverlauf munterer Wechsel aus kurzen sonnigen Phasen, starker Quellbewölkung und Schauern sowie kurzen Gewittern, teils kräftig. Höchstwerte 13 bis 18 Grad. Mäßiger, in Böen starker, in Hochlagen des südwestdeutschen Berglandes teils stürmischer Wind aus Südwest.
In der Nacht zum Montag in der Südwesthälfte bei starker Bewölkung gebietsweise schauerartige, teils gewittrige Regenfälle. Sonst bei aufgelockerter Bewölkung meist abklingende Niederschläge, lokal Nebel. Tiefstwerte 9 bis 3 Grad. In den südwestdeutschen Mittelgebirgen weiterhin in Böen starker bis stürmischer Südwestwind.

für Montag, 17.Mai 2021
Am Montag Fortdauer des wechselhaften Schauerwetters mit nur wenigen sonnigen Momenten. Erneut kurze Gewitter wahrscheinlich. Höchstwerte 13 bis 18 Grad, im Bergland teils nur um 10 Grad. Mäßiger, in der Mitte und im Süden frischer Südwestwind mit starken bis stürmischen Böen. In Kammlagen schwere Sturmböen.
In der Nacht zum Dienstag meist dicht bewölkt, kurze Wolkenlücken am ehesten im Norden. In der Nordosthälfte vereinzelt, sonst gebietsweise Schauer oder etwas Regen. Tiefstwerte 9 bis 3 Grad.

für Dienstag, 18.Mai 2021
Am Dienstag zunächst nur gebietsweise Regen, später wieder rege Schauertätigkeit. Hier und da kurze Gewitter. Dazwischen Aufheiterungen. Im Norden eventuell etwas seltener Schauer und länger trocken. Höchstwerte zwischen 11 und 17 Grad. Schwacher bis mäßiger, südlich von Main und Mosel teils frischer und in Böen starker, in höheren Lagen stürmischer Westwind.
In der Nacht zum Mittwoch nachlassende Schauer, regional, vor allem im Süden und Südosten, aber noch zeitweise schauerartiger Regen. Gebietsweise Auflockerungen, lokal Nebel. Frühwerte 9 bis 2 Grad, vereinzelt Gefahr von Frost in Bodennähe.

für Mittwoch, 19.Mai 2021
Am Mittwoch weiterhin wechselhaft mit vielen Schauern. Vor allem am Nachmittag örtlich auch kurze Gewitter. Dazwischen aber auch sonnige Abschnitte. Weiterhin recht kühl mit Tageshöchstwerten von 12 bis 17 Grad. Schwacher bis mäßiger Südwestwind, im Süden und in Gewitternähe mit starken bis stürmischen Böen.
In der Nacht zum Donnerstag nachlassende, aber nicht komplett abklingende Schauer. Gebietsweise Auflockerungen. Abkühlung auf 8 bis 2 Grad, bei längerem Aufklaren Gefahr von Frost in Bodennähe. Schwacher, in Küstennähe mäßiger Wind aus Südwest bis West.

 

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

 

10-Tage-Deutschlandvorhersage

16-05-2021 10:20


VHDL17 DWOG 161200
Deutscher Wetterdienst
10-Tage-Vorhersage für Deutschland
von Mittwoch, 19.05.2021 bis Mittwoch, 26.05.2021
ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
am Sonntag, 16.05.2021, 12:15 Uhr

Weiterhin wechselhaft und kühl mit zeitweiligen Niederschlägen. Am
Freitag und Samstag zudem teils windig.


Vorhersage für Deutschland bis Sonntag, 23.05.2021,
Am Mittwoch viele Schauern, vor allem am Nachmittag örtlich auch
kurze Gewitter. Dazwischen aber auch sonnige Abschnitte, insbesondere
im Nordosten. Höchstwerte bei kühlen 10 bis 17 Grad. Schwacher bis
mäßiger Südwestwind, im Süden und bei Gewittern mit starken bis
stürmischen Böen.
In der Nacht zum Donnerstag nachlassende, aber nicht komplett
abklingende Schauer. Gebietsweise Auflockerungen. Abkühlung auf 8 bis
2 Grad, bei längerem Aufklaren Gefahr von Frost in Bodennähe.

Am Donnerstag häufig länger trocken und zeitweise etwas Sonnenschein.
Nur vereinzelt Schauer. Höchsttemperaturen 12 bis 19, am Oberrhein
örtlich bis 20 Grad. Schwacher bis mäßiger Wind um West.
In der Nacht zum Freitag im Norden aufziehende dichte Bewölkung und
zeitweise Regen. Auch ganz im Süden Regen. Dazwischen vielfach
trocken, aber meist auch dichte Wolken. Tiefsttemperaturen 10 bis 4
Grad. Im Westen auffrischender Wind aus südwestlichen Richtungen.

Am Freitag im Süden stark bewölkt und länger anhaltender Regen. Sonst
gebietsweise schauerartiger Regen, vereinzelt Gewitter. Erwärmung
weiterhin nur auf 13 bis 19 Grad. Mäßiger bis frischer West- bis
Südwestwind mit starken, exponiert und bei Schauern oder Gewittern
mit stürmischen Böen oder Sturmböen.
In der Nacht zum Samstag ganz im Süden noch Regen. In der Nordhälfte
weitere Schauer. Dazwischen vielerorts trocken und Auflockerungen.
Abkühlung auf 9 bis 4 Grad. Etwas nachlassender Wind.

Am Samstag und Sonntag (Pfingstsonntag) gebietsweise Schauer und
einzelne Gewitter. Bei 11 bis 19 Grad weiterhin kühl. Am Samstag noch
teils frischer und stark böiger Westwind, am Sonntag etwas
nachlassender Wind.
In den Nächten jeweils abnehmende Schauerneigung und örtlich
Auflockerungen. Tiefstwerte 9 bis 3 Grad.


Trendprognose für Deutschland, von Montag, 24.05.2021 bis Mittwoch,
26.05.2021,
In der Nordwesthälfte häufig trocken und zeitweise Sonnenschein. Im
Süden und Osten gebietsweise Regen. Höchsttemperaturen mit 11 bis 21
Grad nur geringfügig höher, nachts weiterhin meist frostfrei.


Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.-Met. **
 

 

Thema des Tages

16-05-2021 08:50

Zonale Bedingungen auf dem Atlantik

Das heutige Thema des Tages beschäftigt sich mit der aktuell
vorherrschenden zonalen Wetterkonstellation auf dem Atlantik.

Schon seit einigen Tagen bringt eine lebhafte westliche Strömung
recht kühle Luftmassen vom Atlantik nicht nur nach Deutschland,
sondern auch in weite Teile West- Mittel- und Südeuropas. Eine solche
Konstellation wird als "zonal" bezeichnet, ein Begriff, der auch hier
im Thema des Tages häufiger Verwendung findet. Aktuell zeigen sich
entsprechende Muster auf weiten Teilen des Nordatlantiks, wie der
beigefügten Grafik zu entnehmen ist
(https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2021/5/16.html).

Im oberen Teil besagter Grafik ist der von West nach Ost wehende Jet
(Starkwindfeld) in ca. 9 km Höhe dargestellt. Dieses Band scheint
fast am 45ten Breitengrad (Nord) "festgetackert" zu sein. Nur sehr
schwache wellenförmige Muster lassen sich bei genauem Hinsehen
ausmachen. Das ist schon lehrbuchmäßige Zonalität. Dabei liegen die
Windgeschwindigkeiten teils über 140 km/h, erst über dem europäischen
Festland wird der Jet schwächer.

In der Bildmitte ist dagegen das Geopotenzial in etwa 5,5 km Höhe
abgebildet. Erläuterungen zum Geopotenzial finden Sie u.a. im Thema
des Tages vom 12.8.2020
(https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2020/8/12.html). Die
Linien gleichen Geopotentials (Isohypsen) lassen sich in sehr guter
Näherung als Approximation für den zonalen Wind heranziehen, wobei
der Wind weitgehend parallel zu den Isohypsen weht (schwarze Pfeile).
In der vorherrschenden Wettersituation hat also auch der Wind in 5,5
km Höhe eine westliche Grundkomponente - allerdings regional mit
einem leichten südliche Einschlag.

Der untere Teil der Grafik zeigt dann den Wind in ca. 1,5 km Höhe.
Erneut ist die westliche Grundkomponente deutlich auszumachen.
Allerdings mäandriert die Strömung stärker, als dies in 5,5 km Höhe
der Fall ist - und zu der über dem Atlantik "eingekreuzten" südlichen
Windkomponente ist westlich der Bretagne sogar eine schwache
nördliche zu erkennen.

Für alle drei hier dargestellten Höhenstufen ist die lebhafteste
atlantische Luftströmung in Richtung Süd- bzw. Zentralfrankreich
orientiert - und damit in Richtung Alpen. Aber während der oben
dargestellte Jet und der in der Mitte dargestellte Wind in 5,5 km
Höhe die Alpen weitgehend ungehindert überströmen, wird der
"niedertroposphärische" Wind in 1,5 km Höhe vom Alpenbogen nach
Norden und Süden abgelenkt, womit die Luftmassen die Alpen umströmen.
Die Folge: Im Schatten der Alpen, also in Oberitalien mit der
Poebene, ist es windschwach - obwohl dies eigentlich die
"Stoßrichtung" der Starkwindfelder gewesen ist (roter Kasten am
rechten Rand des unteren Teils der Grafik). Stattdessen weht ein
kräftig ausgeprägter "Zweig" des Windes in Richtung Korsika und
Sardinien, ein anderer dagegen nach Süddeutschland hinein.

Der letztgenannte hat dann natürlich auch wieder einen Einfluss auf
das Wetter im Südwesten und Süden Deutschlands. Denn dort weht der
Wind in 1,5 km Höhe morgen (17.5.) deutschlandweit am stärksten. Und
das bedeutet in den Gipfellagen des Südwestens stürmische Böen oder
Sturmböen (Bft 8 bis 9, ca. 60 bis 90 km/h, Feldberg im Schwarzwald
eventuell sogar noch etwas mehr), während die Gipfellagen der übrigen
Mittelgebirge morgen tagsüber meist noch mit steifen Böen (Bft 7, um
55 km/h) "davonkommen". Dort soll der Wind dann erst am Abend bzw. in
der Nacht zum Dienstag stürmisch aufleben.

Überhaupt ist der Wind in den kommenden Tagen im Südwesten und Süden
lebhafter als im Rest des Landes. Ansonsten ist das - weiterhin
überwiegend zonale - Wetter recht gerecht: Schauer und Gewitter sind
überall möglich, und die Tageshöchstwerte bewegen sich in einer
Spanne von 12 bis 19 Grad.


Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 16.05.2021

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
 

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