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Deutschlandwetter - aktuell

ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale in Offenbach am
Donnerstag, 04.06.2020, 11:30 Uhr

 

Schlagzeile:
Tiefdruckgebiete sorgen für vorübergehende herbstliche Stimmung
 
Deutschlandübersicht:

Offenbach, Donnerstag, den 04.06.2020, 11:30 Uhr -

""Endlich wieder Regen!" - So werden nicht nur viele Landwirte und Gartenbesitzer gedacht haben, als es am gestrigen Mittwoch oder heute früh was Nasses von oben gab. In den nächsten Tagen wird unter Tiefdruckeinfluss weiterer Nachschub an Flüssigkeit von oben geliefert, den die Natur mehr als gut gebrauchen kann.

Verantwortlich für die von vielen ersehnten Niederschläge zeigt sich ein Tiefdruckkomplex, der aktuell über Mitteleuropa liegt und der die beiden Tiefdruckgebiete "Juliane" über Deutschland und "Katharina" über Frankreich beherbergt. Während "Katharina" sich in den nächsten Tagen ins Mittelmeer verzieht und seinen Einfluss auf uns verliert, strebt "Juliane" in die Nordsee und bleibt damit am Ball für unser Wetter.

Gebietsweise Niederschläge sind die Folge, örtlich können Blitz und Donner dabei sein. Alle gängigen Wettermodelle berechnen bis zum Mittwoch kommender Woche in Deutschland durchschnittliche Niederschlagsmengen von 10 bis 40 Liter pro Quadratmeter, im Norden und Süden von bis zu 70 Liter pro Quadratmeter. Am nassesten dürfte es am Alpenrand werden, wo es staubedingt die stärksten Niederschläge gibt und auch bis zu 100 Liter pro Quadratmeter bei teils länger anhaltenden Regenfällen zusammenkommen können. Im Osten gibt es seitens der Modelle etwas schwächere Niederschlagssignale, sodass vor allem in einem Bereich Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg möglicherweise keine 10 Liter Regen pro Quadratmeter fallen.

Dazu zeigt sich die Atmosphäre unterkühlt. Im Rahmen der "Schafskälte" (siehe dazu auch das Thema des Tages vom heutigen Donnerstag unter https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2020/6/4.html) werden bis zum Dienstag nur Höchstwerte von 11 bis 21 Grad erreicht, erst danach deutet sich eine allmähliche Erwärmung an. Da zusätzlich der Wind bis zum Wochenende zeitweise auffrischt, wird sich das Wetter vorübergehend wohl eher herbstlich als sommerlich anfühlen.

Einen Lichtblick gibt es dann aber dann doch noch für die Sommerenthusiasten unter uns. Zum Ende der kommenden Woche hin steigen die Temperaturen voraussichtlich weiter, sodass letztlich sogar wieder sommerliches Niveau erreicht werden könnte. Zeitgleich ebben die Niederschlagssignale allmählich ab."

Das erklärt Dipl.-Met. Simon Trippler von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach zum Wetter der kommenden Tage.
Hinweis:

Die aktuellen Wetter- und Unwetterwarnungen finden Sie unter:
www.wettergefahren.de

Aktuelle Wetter- und Klimainformationen finden Sie unter:
www.dwd.de

Die Vorhersage- und Beratungszentrale des DWD ist rund um die Uhr
telefonisch erreichbar unter Tel.: 069/8062-3333

 

Deutschlandvorhersage:

für Donnerstag, 04.Juni 2020
Heute Mittag in der Osthälfte Deutschlands teils noch heiter. Nachmittags dort wie schon im Westen viele Wolken und gebietsweise schauerartiger Regen und einzelne teils kräftige Gewitter, lokal unwetterartig. Höchstwerte 16 bis 22 Grad, im Osten nochmals 21 bis 26 Grad. Schwacher bis mäßiger, in Böen frischer, von Südwest auf West bis Nordwest drehender Wind. Bei Gewittern einzelne Sturmböen.
In der Nacht zum Freitag nach Osten und Südosten sich verlagernden, teils kräftige und schauerartig verstärkte Regenfälle, anfangs vereinzelt Gewitter. Nach Westen und Nordwesten kaum noch Niederschlag und Auflockerungen. Tiefstwerte 13 bis 7 Grad im Osten und Süden, sonst 10 bis 4 Grad.
für Freitag, 05.Juni 2020
Am Freitag im Osten und Südosten allmählich abziehende Niederschlag. Im Anschluss Aufheiterungen. Von Westen und Nordwesten im Tagesverlauf allmählich bis zur Mitte ausgreifend wieder Schauer und auch kurze Gewitter. Maxima nur noch zwischen 11 bis 18 Grad. Lebhafter Süd- bis Westwind mit starken Böen im Westen und an den Küsten.
In der Nacht zum Samstag in den Osten und Süden vorankommende Niederschläge. Im Westen und Nordwesten in der zweiten Nachthälfte häufig trocken mit Auflockerungen. Abkühlung auf 13 Grad am Oberrhein bis 4 Grad in der Eifel.
für Samstag, 06.Juni 2020
Am Samstag im Süden bedeckt mit Regen, am bayerischen Alpenrand anfangs noch Sonnenschein. Von der Mitte bis in den Norden wechselhaftes Schauerwetter, nach Norden zu auch kurze Gewitter. Höchstwerte zwischen 13 und 18 Grad, im Berchtesgadener Land bis 21 Grad. Böig auffrischender Südwestwind, bei Gewittern stürmische Böen, auf Berggipfeln Sturmböen.
In der Nacht zum Sonntag im Süden stark bewölkt und regnerisch. Sonst zunehmend aufgelockert, teils auch nur gering bewölkt. An der Nordsee aber neue Schauer. Tiefstwerte 11 bis 3 Grad.
für Sonntag, 07.Juni 2020
Am Sonntag vor allem entlang und südlich der Donau zeitweise Regen. Sonst wechselnd bewölkt, im Nordwesten erneut Schauer oder kurze Gewitter. Höchstwerte 15 bis 21 Grad. Mäßiger Wind, meist aus Südwest, bei Schauern starke Böen.
In der Nacht zum Montag südlich der Donau zeitweise Regen, im Nordwesten einzelne Schauer. Ansonsten locker bis gering bewölkt und meist trocken. Tiefstwerte 11 bis 4 Grad.
 

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

 

10-Tage-Deutschlandvorhersage

04-06-2020 11:20

VHDL17 DWOG 041200
Deutscher Wetterdienst
10-Tage-Vorhersage für Deutschland
von Sonntag, 07.06.2020 bis Sonntag, 14.06.2020
ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
am Donnerstag, 04.06.2020, 12:52 Uhr

Wechselhaft und kühl mit einzelnen Schauern und Gewittern, im Süden
längerer Regen möglich. Ab der Wochenmitte langsam ansteigende
Temperaturen.


Vorhersage für Deutschland bis Donnerstag, 11.06.2020,
Am Sonntag vor allem entlang und südlich der Donau zeitweise Regen.
Sonst wechselnd bewölkt, im Nordwesten im Tagesverlauf zunehmend
Schauer oder kurze Gewitter. Höchstwerte 14 bis 21 Grad. Mäßiger
Wind, meist aus West bis Südwest, im Nordwesten bei Schauern starke
bis stürmische Böen.
In der Nacht zum Montag südlich der Donau zeitweise Regen, im
Nordwesten weiterhin einzelne Schauer. Ansonsten locker bis gering
bewölkt und meist trocken. Tiefstwerte 11 bis 4 Grad.

Am Montag südlich der Donau zeitweise Regen, in der Westhälfte
einzelne Schauer und Gewitter. In den anderen Regionen zeitweise
Sonnenschein mit Höchstwerten um 20 Grad, sonst 14 bis 18 Grad. Meist
schwacher bis mäßiger West- bis Nordwestwind.
In der Nacht zum Dienstag im südlichen Bayern und Baden-Württemberg
weiterhin Regen, im Westen abklingende Schauer. Tiefstwerte zwischen
11 und 6 Grad.

Am Dienstag und Mittwoch in der Südhälfte weiterer Regen oder
Schauer, im Norden abgesehen von einzelnen Schauern meist trocken und
zeitweise Sonnenschein. Höchstwerte je nach Sonne 14 bis 22 Grad.
Schwacher bis mäßiger West- bis Nordwestwind.
In den Nächten im Süden zeitweise Regen, sonst meist trocken.
Tiefstwerte 12 bis 6 Grad.

Am Donnerstag viele Wolken und etwas Sonnenschein, dabei im Süden im
Tagesverlauf auflebende Schauer und Gewitter, sonst geringere
Schauerwahrscheinlichkeit. Höchstwerte 15 bis 23 Grad. Schwacher bis
mäßiger West- bis Nordwestwind.
In der Nacht zum Freitag abgesehen vom unmittelbaren Alpenrand
abklingende Schauer. Teils klar, teils wolkig mit Tiefstwerten
zwischen 12 und 8 Grad.


Trendprognose für Deutschland, von Freitag, 12.06.2020 bis Sonntag,
14.06.2020,
Ansteigende Temperaturen und abnehmende Regen- und
Schauerwahrscheinlichkeit, allerdings unsichere Prognose.

Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Mag.rer.nat. Florian Bilgeri

 

 

Thema des Tages

04-06-2020 07:50

Die Schafe müssen zittern

Nach den vergangenen warmen Tagen mit dem ersten heißen Tag des
Jahres in Deutschland stellt sich das Wetter nun wieder um. Uns
erwarten Niederschläge und deutlich niedrigere Temperaturen. Frisch
geschorenen Schafen könnte es nun kalt werden.

* In den vergangenen Tagen wurden außer an den Küsten und in den
Bergen Tageshöchsttemperaturen von 25 bis 30 Grad gemessen. Örtlich
gab es die ersten heißen Tage mit Temperaturen von 30 Grad oder mehr.
Zu verdanken hatten wir dies Hoch "Steffen" und Tief "Juliane", die
von Süden zunehmend warme Luft einströmen ließen. Allerdings ist Tief
"Juliane" auch an der nun bereits eingeleiteten Wetterumstellung
beteiligt. Mit Durchzug der Fronten des Tiefs dreht die Strömung auf
Nord bis Nordwest und deutlich kühlere Meeresluft polaren Ursprungs
kann sich bei uns breitmachen.

Ein Kälterückfall Anfang oder Mitte Juni ist nichts Ungewöhnliches,
sondern kommt im Rahmen einer sogenannten "Wettersingularität" in
vielen Jahren vor. Bezogen auf einen Zeitraum zwischen dem 1. und 25.
Juni tritt dies in etwa 8 von 10 Jahren auf, also mit 80 %
Wahrscheinlichkeit. Im Volksmund ist die aktuelle Wettersingularität
als "Schafskälte" (bzw. auch als "Schafkälte") bekannt. Weitere
Wettersingularitäten sind beispielsweise die Hundstage (Ende
Juli/Anfang August), der Altweibersommer (Ende September) oder das
Weihnachtstauwetter (Dezember).

Warum aber heißt es "Schafskälte"? Hirten scheren traditionell zum
Ende des kalendarischen Frühjahrs (um den 21. Juni herum) ihre
Schafe, den frisch rasierten Schafen kann es bei einem Kälterückfall
also ziemlich frisch werden. Bei besonders niedrigen Temperaturen
wird die Situation für die Tiere sogar gefährlich. In manchen Jahren
tritt nachts sogar Frost in Bodennähe auf, während Luftfrost nur
gering wahrscheinlich ist.

Ursache der Schafskälte in Mitteleuropa ist normalerweise ein
Kaltluftvorstoß aus dem Norden, wie er nun auch in den nächsten Tagen
zustande kommt. Dabei verteilen sich Hoch- und Tiefdruckgebiete so,
dass durch deren Konstellation die Strömung auf Nord oder Nordwest
dreht. Idealerweise befindet sich Mitteleuropa dabei am westlichen
oder südwestlichen Rand eines Tiefdruckgebietes. Weil der Wind auf
der Nordhalbkugel entgegen dem Uhrzeigersinn um ein Tiefdruckgebiet
weht, können sich so mit einem Nordwind kalte Luftmassen auf den Weg
zu uns machen. In diesem Jahr sorgt Tief "Juliane" für die passende
Konfiguration.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass sich Land- und Wassermassen im
Frühjahr unterschiedlich stark erwärmen. Die Nordsee hat sich zu
diesem Zeitpunkt im Vergleich zum europäische Kontinent noch nicht so
stark aufgeheizt. Entsprechend können Kaltluftvorstöße markant
ausfallen, weil die kalten Luftmassen aus dem Norden über dem Meer
nur wenig erwärmt werden. Im Sommer gleichen sich Land- und
Wassertemperaturen dann aber immer weiter an, womit die
Kaltlufteinbrüche immer geringere Ausmaße annehmen.

Bei einer gut ausgeprägten Schafskälte liegen die Temperaturen im
Vergleich zum langjährigen Mittel etwa 4 Grad niedriger. Mit den zu
erwartenden Tageshöchsttemperaturen von nur noch 11 bis 18 Grad am
morgigen Freitag liegt das Temperaturniveau etwa 3 bis 3,5 Grad unter
dem Mittel, sodass die Schafskälte ordentlich ausgeprägt sein wird,
auch wenn es wohl keinen Frost in Bodennähe gibt. In den Folgetagen
erholen sich die Temperaturen nur zögerlich, peu à peu werden aber
auch wieder die 20 Grad überschritten (siehe Animation der
Tageshöchsttemperaturen unter
https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2020/6/4.html). Im Laufe
der kommenden Woche ist ein weiterer Aufwärtstrend zu verzeichnen,
Ende der Woche könnten die Schafe (und natürlich auch die Menschen)
bei Höchsttemperaturen von zum Teil über 25 Grad dann sogar wieder
ins Schwitzen kommen.

Dipl.-Met. Simon Trippler
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.06.2020

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
 

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