Deutschlandwetter - aktuell

ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale in Offenbach am
Freitag, 09.10.2026, 10:30 Uhr
 

Schlagzeile:
Tief GABRIELA bringt Wind, Regen und sonnige Phasen
 
Deutschlandübersicht:
Offenbach, Freitag, den 09.10.2026, 10:15 Uhr -

"Tief GABRIELA gibt sich alle Mühe, Langeweile beim Wetter zu verhindern. Während der Süden heute noch längere Sonnenphasen und bis zu 18 Grad genießen darf, ziehen im Westen und Norden Regenwolken auf. Im Nordwesten kommen am Nachmittag Schauer und einzelne Gewitter dazu. Der Südwestwind legt kräftig los. Die Frisur sollte in den kommenden Tagen also nicht allzu ernst genommen werden. An Küsten und auf den Bergen treten zeitweise Sturmböen auf. Auf dem Brocken sind sogar orkanartige Böen möglich.
In der Nacht zum Samstag verlagert sich der Regen dann weiter auf die südlichen Landesteile. Im Nordseeumfeld bleibt es aber auch nachts bei Schauern und Gewittern mit teils stürmischen Böen.

Am Samstag ist das Wetter dreigeteilt. Im Süden ist es bedeckt bei länger anhaltendem Regen. Im Nordwesten zeigt sich der Himmel stark bewölkt mit Schauern und vor allem an der See auch einzelnen Gewittern. Dazwischen kommt öfter mal die Sonne zwischen den Wolken hervor und es ist trocken. Überall weht aber weiterhin der kräftige Südwestwind. Im Süden treten nur im Bergland stürmische Böen auf, nach Norden zu ist der Wind bis ins Flachland böig. An der Nordsee muss erneut mit Sturmböen gerechnet werden. Die Temperaturen erreichen ähnlich wie am Vortag Höchstwerte zwischen 14 und 19 Grad.

Der Sonntag zeigt sich dann im ganzen Land wechselhaft. Ein Mix aus Sonne und Wolken gepaart mit einzelnen, im Norden auch häufigeren Schauern, prägt den Tag. Vor allem an der See sind bedingt durch das warme Wasser Gewitter nicht ausgeschlossen. Der Wind pustet weiterhin kräftig. An den Küsten und im Bergland treten erneut stürmische Böen auf.

Am Montag setzt sich ein Hochdruckgebiet von Westen her durch und verlagert seinen Schwerpunkt nach Deutschland. Dadurch beruhigt sich das Wetter und es wird weitestgehend trocken. Der Wind lässt nach, was vor allem nachts für stärkere Auskühlung sorgt. In der Nacht zum Dienstag muss gebietsweise mit Nebelbildung und leichtem Bodenfrost gerechnet werden."

Das erklärt MSc Sonja Hansen von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach zum Wetter der kommenden Tage.
 

Deutschlandvorhersage:

für Freitag, 09.Oktober 2026
Heute im Süden und Südosten lange heiter bis sonnig, trocken. Sonst von Nordwesten und Westen bis zur Oder und Neiße sowie zum Main und zum Hochrhein ausgreifende dichte Bewölkung mit Regen. Im Nordwesten im Verlauf Übergang zu Schauerwetter, vereinzelt Gewitter. Erwärmung auf 10 bis 16 Grad, im Südosten bei viel Sonne bis 18 Grad. Mäßiger, im Norden, Westen und der Mitte frischer und stark böiger Südwestwind, auf den Bergen und an den Küsten stürmische Böen oder Sturmböen, auf dem Brocken schwere Sturmböen oder orkanartige Böen.
In der Nacht zum Samstag südlich des Mains dichte Wolken, anfangs aber nur vereinzelt, später verbreitet Regen. Im übrigen Land nach verbreitet regnerischem Beginn allmählich nachlassende Niederschläge, an der Nordsee aber zunehmende Schauer- und Gewitterneigung. Abkühlung auf 11 bis 6 Grad, an der See milder. Mit Ausnahme der Küsten und des höheren Berglands nachlassender Wind.
für Samstag, 10.Oktober 2026
Am Samstag im Süden stärker bewölkt und langsam südlich der Donau zurückziehende Regenfälle. Im Nordwesten und im Küstenumfeld bei wechselnder Bewölkung im Verlauf wieder auflebende Schauertätigkeit, vereinzelt Gewitter. Ansonsten wechselnd bewölkt mit teils längeren sonnigen Abschnitten und weitgehend trocken. Maxima zwischen 14 und 19 Grad. Mäßiger, teils böiger Südwest- bis Westwind mit stürmischen Böen an den Küsten und im Bergland.
In der Nacht zum Sonntag an der Nordsee Schauer und Gewitter mit teils mehrstündigem Starkregen. An den Alpen noch etwas Regen, sonst meist abklingend, gebietsweise Aufklaren. Abkühlung auf 10 bis 4 Grad. An der Küste weiterhin windig.
für Sonntag, 11.Oktober 2026
Am Sonntag Wechsel aus Sonne und Quellwolken mit Schauern, im Norden mehr als im Süden. Vor allem an Nord- und Ostsee wiederholt Schauer und kurze Gewitter. Höchstwerte 12 bis 18 Grad mit den höchsten Werten am Oberrhein. Im Süden schwacher bis mäßiger, sonst mäßiger bis frischer und teils stark böiger Wind aus westlichen Richtungen. An der Küste und in Hochlagen zeitweise stürmische Böen.
In der Nacht zum Montag mit Ausnahme des unmittelbaren Küstenstreifens nachlassende Schauer und gebietsweise Auflockerungen. Stellenweise Nebel. Tiefstwerte 10 bis 3 Grad. An der Ostsee noch lebhafter West- bis Nordwestwind. Sonst allgemein nachlassender Wind.
für Montag, 12.Oktober 2026
Am Montag unterschiedlich bewölkt mit einigen Auflockerungen oder sonnigen Abschnitten, vor allem im Osten und Nordosten aber auch noch einzelnen Schauern. Ähnliche Temperaturen wie am Vortag, aber nicht mehr so windig. Am ehesten an der Ostsee anfangs noch mäßiger Nordwestwind.
In der Nacht zum Dienstag häufig gering bewölkt oder klar, später Nebelfelder. Abkühlung auf 9 bis 2 Grad, nur direkt am Meer etwas milder. Im Süden und Osten stellenweise leichter Frost in Bodennähe.
Hinweis:

Über die aktuelle Warnsituation können Sie sich jederzeit unter www.dwd.de oder in der Warnwetter-App des Deutschen Wetterdienstes informieren.
 

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Wetterlage

09-10-2026 03:12

 

Rückseitig einer markanten Kaltfront fließt maritime Polarluft ein. Sie sorgt für einen unbeständigen Wettercharakter. GEWITTER/STARKREGEN:Ab Freitagnachmittag von Ostfriesland bis nach Schleswig-Holstein einzelne Gewitter mit steifen bis stürmische Böen bis 70 km/h (Bft 7-8), lokal auch mit Sturmböen bis 85 km/h (Bft 9).In der Nacht zum Samstag im Nordseeumfeld nachlassende Gewitterneigung, in der zweiten Nachthälfte allerdings erneutes Aufleben der Gewittertätigkeit von Ostfriesland bis nach Schleswig-Holstein, dabei Böen um 65 km/h (Bft 8) nicht asusgeschlossen. WIND/STURM:Ausgangs der Nacht an den Küsten steife bis stürmische Böen bis 70 km/h (Bft 7-8) aus Südwest bis West, exponiert auch Sturmböen bis 85 km/h (Bft 9) um West. In den Hochlagen der nördlichen und östlichen Mittelgebirge steife bis stürmische Böen bis 70 km/h (Bft 7-8) aus West gering wahrscheinlich.Tagsüber anfangs in Teilen Vorpommerns vorübergehend steife, an der Küste stürmische Böen (Bft 7-8) aus West bis Nordwest, mittags und nachmittags mit Drehung auf Südwest vorübergehend nachlassend. Ansonsten im Nordwesten, Westen und in der Mitte rasch auffrischender Südwestwind mit steifen Beön bis 60 km/h (Bft 7), im Nordseeumfeld und in einigen Mittelgebirgshochlagen stürmischen Böen bis 70 km/h (Bft 8), auf exponierten Gipfeln Sturmböen bis 85 km/h (Bft 9), auf dem Brocken teils schwere Sturmböen bis orkanartige Böen zwischen 90 und 110 km/h (Bft 10-11).In der Nacht zum Samstag allgemeine Windabschwächung. An der Nordsee, auf den Ostseeinseln sowie in höheren Mittelgebirgslagen aber weiterhin steife Böen um 55 km/h (Bft 7), an exponierten Nordseeküstenabschnitten und auf höheren Gipfeln auch stürmische Böen um 65 km/h (Bft 8).

 

Deutschlandvorhersage heute

09-10-2026 17:42

 

Wechselhaft und windig, an der See und in einigen Hochlagen teils stürmisch. Im Norden einzelne Gewitter.

 

In der Nacht zum Samstag südlich des Mains dichte Wolken und zunehmend regnerisch. Im übrigen Land zunächst verbreitet Regen, allmählich nachlassende Niederschläge, an der Nordsee aber zunehmende Schauer- und Gewitterneigung. Abkühlung auf 11 bis 6 Grad, an der See milder. An den Küsten und im Bergland weiterhin teils stürmisch.

 

Deutschlandvorhersage morgen

09-10-2026 17:42

 

Am Samstag im Süden stärker bewölkt mit Regen, bis zum Nachmittag an die Alpen zurückziehend. Im Nordwesten und im Küstenumfeld bei wechselnder Bewölkung im Verlauf auflebende Schauertätigkeit, vereinzelt Gewitter. Die stärkste Schaueraktivität an der Nordsee. Ansonsten wechselnd bewölkt mit sonnigen Abschnitten und weitgehend trocken. Höchsttemperatur zwischen 13 und 19 Grad. Mäßiger, teils böiger Südwest- bis Westwind mit stürmischen Böen an den Küsten und im Bergland.In der Nacht zum Sonntag an der Nordsee weitere, teils kräftige Schauer und Gewitter. An den Alpen noch einzelne Schauer, sonst meist abklingend, gebietsweise Aufklaren. Abkühlung auf 10 bis 4 Grad. An der Küste weiterhin windig.

 

 

10-Tage-Deutschlandvorhersage

09-10-2026 11:20

VHDL17 DWOG 091200
Deutscher Wetterdienst
10-Tage-Vorhersage für Deutschland
von Montag, 12.10.2026 bis Montag, 19.10.2026
ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
am Freitag, 09.10.2026, 12:49 Uhr

Meist ruhiges Herbstwetter.


Vorhersage für Deutschland bis Freitag, 16.10.2026,
Am Montag wechselnd bewölkt mit Auflockerungen oder sonnigen
Abschnitten, vor allem im Osten und Nordosten auch einzelne Schauer.
Höchsttemperatur bei 14 bis 19 Grad. An der Ostsee anfangs mäßiger
bis frischer Nordwestwind, sonst meist schwachwindig.
In der Nacht zum Dienstag häufig gering bewölkt oder klar, später
Nebel. Abkühlung auf 9 bis 2 Grad, nur direkt am Meer milder. Im
Süden und Osten leichter Frost in Bodennähe.
Am Dienstag nach Nebel freundlich mit zeitweiligen Aufheiterungen und
meist niederschlagsfrei. Nur im Westen und Nordwesten tagsüber
aufziehende Bewölkung und etwas Regen. Höchstwerte 15 bis 20 Grad.
Schwacher, im Norden und Westen etwas auflebender Süd- bis
Südwestwind. An der Nordsee starke Böen möglich.
In der Nacht zum Mittwoch im Süden teils klar mit Nebel. Sonst
wolkiger und örtlich leichter Regen. Abkühlung auf 11 bis 7 Grad
unter den Wolken und bis 3 Grad bei teils klarem Himmel.
Am Mittwoch wolkig mit Auflockerungen, Aufheiterungen am ehesten im
Süden und Südwesten. Besonders über dem Norden und der Mitte geringer
Regen möglich, sonst niederschlagsfrei. Temperaturen tagsüber weiter
meist bei 15 bis 20 Grad. Im Süden und der Mitte meist schwacher,
nach Norden hin teils mäßiger Süd- bis Südwestwind.
In der Nacht zum Donnerstag teils wolkig, teils gering bewölkt und
besonders über der Mitte und dem Süden teils dichter Nebel. Abkühlung
auf Werte zwischen 11 Grad im Nordwesten und 5 Grad im Südosten.
Am Donnerstag nach teils zäher Nebelauflösung freundlich mit
Aufheiterungen und niederschlagsfrei. Im Norden auch einige
Wolkenfelder. Temperaturen tagsüber 15 bis 21 Grad. Überwiegend
schwacher, im Norden teils mäßiger Süd- bis Südwestwind mit starken
Böen an der See.
In der Nacht zum Freitag im Norden aufziehende Bewölkung und
zeitweise Regen, sonst aufgelockert, im Südosten gering bewölkt,
trocken und Nebel. Tiefstwerte zwischen 11 und 4 Grad.
Am Freitag von Norden her Durchzug eines Wolken- und Regenbandes.
Davor zunächst im Süden und Südosten, danach von Norden her wieder
Auflockerungen oder heiter. Höchstwerte 14 bis 19 Grad. Im Südosten
schwacher, sonst zunehmend mäßiger, im Norden teils frischer Südwest-
bis Westwind. An der See zeitweise stürmisch.
In der Nacht zum Samstag im Süden etwas Regen, sonst vermehrt
auflockernde Bewölkung und stellenweise Nebel. Abkühlung auf 9 bis 4
Grad.


Trendprognose für Deutschland, von Samstag, 17.10.2026 bis Montag,
19.10.2026,
Wieder Hochdruckeinfluss. Meist trocken und nachts Nebel, der sich
tagsüber teilweise zäh hält. Sonst auch Aufheiterungen. Tagsüber 14
bis 19 Grad, in den Nächten Abkühlung auf 9 bis 3 Grad. Überwiegend
schwacher, im Norden teils mäßiger und an den Küsten auch starker
Wind aus Südwest bis West.

Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Bernd Zeuschner
 

Thema des Tages

09-10-2026 14:20


Wetter aktuell

Herbstgewitter über der Nordsee ? Das Meer als Gewittermotor


Heute und am Wochenende kommt es vor allem im Nordseeumfeld zu
Gewittern, auch nachts. Über dem Festland hingegen sind nur ganz
vereinzelt Gewitter zu erwarten, die zum Abend hin abklingen. Das ist
vor allem im Herbst ein typisches Phänomen. Aber warum ist das so?

Für die Entstehung von Gewittern sind drei Zutaten entscheidend:
Labilität, Feuchtigkeit und Hebung. In einer labil geschichteten
Atmosphäre nimmt die Temperatur in der Höhe stärker ab als
gewöhnlich. Dadurch kann wärmere, bodennahe Luft aufsteigen. Je
größer der Temperaturunterschied zwischen den unteren und oberen
Luftschichten ist, desto ausgeprägter ist die Labilität und desto
kräftiger können die konvektiven Aufwinde werden. Damit steigt auch
das Potenzial für eine energiereiche Gewitterentwicklung. (siehe
beispielsweise Thema des Tages vom 13.08.2026).

Der Herbst zeigt sich in Mitteleuropa von unterschiedlichen Seiten.
Da ist zum einen der goldene Herbst mit Hochdruckwetter, viel
Sonnenschein, kalten Nächten und angenehm warmen Tagen. Im weiteren
Herbstverlauf, wenn die Nächte immer länger werden, dominieren unter
Hochdruckeinfluss dagegen häufig Dauergrau, Nebel und Hochnebel. Doch
der Herbst hat noch eine andere Seite: die Herbststürme.

Aktuell befindet sich Sturmtief GABRIELA bei Island. Das zugehörige
Frontensystem hat den Nordwesten Deutschlands bereits erfasst und
verlagert sich im weiteren Verlauf südostwärts in Richtung Alpen.
Rückseitig der Kaltfront, die heute Abend die Nordseeküste erreicht,
strömt mit kräftigem Wind kühle Polarluft ein. Über der
vergleichsweise warmen Nordsee wird diese Luftmasse von unten
erwärmt. Die bodennahen Luftschichten werden dadurch zunehmend
labilisiert ? die erste wichtige Zutat für kräftige Schauer und
Gewitter ist vorhanden.

Die zweite Zutat, die Feuchtigkeit, scheint über dem Meer zunächst
selbstverständlich. Doch gerade im Herbst kann die Nordsee besonders
viel Feuchtigkeit an die Atmosphäre abgeben. Im Laufe des Frühjahrs
und Sommers erwärmt sich das Wasser durch die Sonneneinstrahlung. Da
Wasser eine hohe Wärmekapazität besitzt, speichert es die Wärme lange
und gibt sie nur langsam wieder ab. So bleibt das Meer auch dann noch
warm, wenn die Lufttemperaturen bereits deutlich zurückgehen. Im
September 2026 lag die durchschnittliche Meerestemperatur der Nordsee
besonders hoch: Sie befand sich etwa 1 bis 4 Grad über dem
klimatologischen Mittel.

Zu guter Letzt braucht es noch einen Auslöser, der die feuchtwarme
Luft zum Aufsteigen bringt. Diese Hebung kann auf unterschiedliche
Weise entstehen. Zum einen sorgen dynamische Prozesse in der
Atmosphäre für aufsteigende Luftbewegungen. So kann beispielsweise
vor einem Höhentrog durch Divergenz in der Höhenströmung Hebung
ausgelöst werden. Zum anderen können bodennahe Prozesse eine wichtige
Rolle spielen. Im Zusammenhang mit Gewittern über dem Meer ist hier
insbesondere die Küstenkonvergenz zu nennen (siehe auch Thema des
Tages vom 08.12.2020). Bei einer Konvergenz strömt Luft am Boden
zusammen und wird dadurch zum Aufsteigen gezwungen. Auch bei
Reibungsstau spricht man von Konvergenz. Dabei strömen Luftmassen
nicht gegeneinander aber es trifft schnellere Luft auf langsamere.
Über Land wird der Wind durch die größere Bodenreibung stärker
abgebremst als über der vergleichsweise glatten Meeresoberfläche.
Strömt die Luft vom Meer auf die Küste zu, kann sie sich deshalb im
Küstenbereich stauen. Es entsteht eine Konvergenzlinie, die häufig
parallel zum Küstenverlauf ausgerichtet ist. Besonders ausgeprägt
kann dieser Effekt an Steilküsten sein, die direkt vom Wind
angeströmt werden. Die erzwungene Hebung kann dort die Entwicklung
von Schauern und Gewittern begünstigen.

Doch warum bleiben Gewitter über dem Meer auch nachts aktiv, während
Gewitterzellen über Land nach Sonnenuntergang häufig an Intensität
verlieren? Über Land kühlt die Erdoberfläche bei klarem Himmel rasch
ab. Dadurch wird auch die bodennahe Luft kälter, und die Atmosphäre
kann sich stabilisieren. Häufig bildet sich eine Bodeninversion, bei
der die Temperatur mit der Höhe zunächst zunimmt. Die für kräftige
Aufwinde notwendige bodennahe Labilität nimmt ab ? eine wichtige
Voraussetzung für die Gewitterentwicklung geht verloren.
Über dem Meer sieht das anders aus. Die Wasseroberfläche kühlt nachts
deutlich langsamer ab als das Land. Ist die einströmende Luft kälter
als das Meer, wird sie weiterhin von unten erwärmt. Die bodennahe
Labilität bleibt erhalten, sodass sich auch nach Einbruch der
Dunkelheit neue Schauer und Gewitter entwickeln können. Genau das ist
in der kommenden Nacht zu erwarten. Die prognostizierten
Radiosondenaufstiege für eine Station über dem Meer und für Schleswig
an Land verdeutlichen diesen Unterschied.

In der kommenden Nacht zum Samstag und auch noch weiter am Wochenende
sind alle Voraussetzungen für Herbstgewitter über der Nordsee
gegeben. Die durch das Sturmtief bei Island bedingten kräftigen Winde
werden durch die Gewitteraktivität zusätzlich verstärkt, sodass in
der Umgebung von Gewittern Sturmböen bis 85 Kilometer pro Stunde
auftreten können. Nachts verlagert sich die Gewitteraktivität von
auch küstennahen Gebieten über dem Festland weiter in Richtung Inseln
und offene See. Dann lassen sich am nächtlichen Himmel mit Blick von
Küste zur See Wetterleuchten beobachten.


MSc Sonja Hansen

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.10.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
 
 

Aktuelle Beobachtungswerte - Deutschland

Wetterbeobachtungen von Freitag, 09.10.2026, 16:00 Uhr

 
STATION HÖHE LUFTD. TEMP. U% RR1 DD FF FX Wetter+Wolken Böen
Helgoland 4 1001.3 14.4 97 0.3 SW 36 55 leichter Regen Windböen
List/Sylt 26 999.7 13.0 98 1.1 S 41 57 leichter Regen Windböen
Schleswig 43 1002.7 9.7 96 1.2 S 14 31 leichter Regen ---
Leuchtturm Kiel 5 ------ --- --- ---- -- --- --- --- ---
Kiel 27 1003.6 9.8 95 0.3 SW 20 38 Regen ---
Fehmarn 3 1004.4 10.6 86 0.0 SW 23 43 leichter Regen ---
Arkona 42 1005.6 12.0 76 0.0 SW 33 50 --- Windböen
Norderney 11 1002.3 14.0 97 1.0 SW 24 40 Regen ---
Cuxhaven 5 1003.0 11.1 94 1.7 S 21 36 leichter Regen ---
Hamburg-Flh. 11 1005.0 10.1 95 0.5 S 27 41 leichter Regen ---
Schwerin 59 1006.4 9.5 92 0.8 S 14 40 leichter Regen ---
Rostock 4 1005.8 11.4 79 0.0 S 18 46 --- ---
Greifswald 2 1006.7 12.3 69 0.0 SW 24 42 --- ---
Emden 0 1003.3 13.8 96 0.7 SW 18 42 Regen ---
Bremen-Flh. 5 1005.3 11.0 94 0.8 SW 25 39 leichter Regen ---
Lüchow 17 1007.7 10.5 87 0.2 S 17 38 leichter Regen ---
Marnitz 81 1007.7 9.6 83 0.0 SW 15 36 Regen ---
Waren 70 1007.8 10.7 75 0.0 SW 15 39 leichter Regen ---
Neuruppin 38 1009.4 10.8 76 0.1 SW 12 35 --- ---
Angermünde 56 1009.3 12.2 64 0.0 SW 17 39 --- ---
Münster/Osnabr.-Flh. 48 1008.0 12.1 94 0.1 SW 27 49 Regen ---
Hannover-Flh. 59 1007.8 10.4 96 1.7 SW 19 31 Regen ---
Magdeburg 76 1010.0 11.1 78 0.0 SW 19 46 leichter Regen ---
Potsdam 81 1010.2 12.3 64 0.0 SW 25 45 --- ---
Berlin-Brandenburg-Flgh. 46 1010.6 13.3 57 0.0 SW 28 52 --- Windböen
Berlin-Tempelhof 48 1010.3 13.2 59 0.0 SW 22 39 --- ---
Lindenberg 98 1011.1 13.0 59 0.0 SW 27 50 --- Windböen
Düsseldorf-Flh. 45 1011.0 12.6 90 0.0 SW 33 44 Regen ---
Essen 150 1010.8 11.3 98 0.4 SW 19 41 Regen ---
Kahler Asten 839 ------ 5.6 98 2.9 SW 26 50 Regen Windböen
Bad Lippspringe 157 1009.8 10.3 95 1.4 SW 15 27 Regen ---
Brocken 1142 ------ 2.5 100 0.4 SW 79 111 Niederschlag orkanartige böen
Leipzig-Flh. 142 1012.1 11.4 72 0.0 SW 31 59 Regen Windböen
Dresden-Flh. 227 1013.4 12.9 58 0.0 SW 27 56 --- Windböen
Cottbus 69 1012.1 14.1 54 0.0 SW 23 45 --- ---
Görlitz 238 1013.4 13.1 57 0.0 SW 25 41 --- ---
Aachen 231 1012.4 11.2 92 0.0 SW 36 56 --- Windböen
Nürburg 485 1014.8 8.0 93 0.0 W 26 45 --- ---
Köln/Bonn-Flh. 92 1013.1 11.7 85 0.1 SW 18 37 --- ---
Gießen/Wettenberg 203 1014.4 9.2 93 0.3 S 24 45 Regen ---
Wasserkuppe 921 ------ 3.3 97 1.2 SW 46 75 leichter Regen Sturmböen
Meiningen 450 1015.9 6.8 83 0.8 S 18 40 leichter Regen ---
Erfurt 316 1012.7 8.6 82 0.4 SW 42 69 leichter Regen Sturmböen
Gera 311 1013.6 11.0 71 0.0 SW 31 48 Regen ---
Fichtelberg 1213 ------ 3.5 93 0.0 SW 61 82 leichter Regen Sturmböen
Trier 265 1017.3 9.4 91 0.0 SW 30 47 Regen ---
Hahn-Flh. 497 1016.2 7.8 95 ---- W 30 48 --- ---
Frankfurt/M-Flh. 112 1016.6 9.8 93 0.5 S 22 38 Regen ---
OF-Wetterpark 119 1016.4 9.5 90 0.0 S 12 36 leichter Regen ---
Würzburg 268 1017.4 11.4 69 0.0 SW 27 54 Regen Windböen
Bamberg 239 1017.2 11.3 78 0.3 SW 11 31 leichter Regen ---
Hof 567 1014.7 9.0 76 0.0 SW 37 59 leichter Regen Windböen
Weiden 438 1016.8 11.6 73 0.0 S 6 26 leichter Regen ---
Saarbrücken-Flh. 320 1018.5 10.7 70 0.0 SW 28 40 --- ---
Karlsruhe-Rheinst. 116 1018.9 12.1 70 0.4 SW 27 45 leichter Regen ---
Mannheim 96 1018.2 11.0 77 0.6 S 13 22 leichter Regen ---
Stuttgart-Flh. 371 1018.8 12.7 63 0.0 SW 13 30 leichter Regen ---
Öhringen 276 1018.3 11.5 74 0.5 SW 14 35 leichter Regen ---
Nürnberg-Flh. 314 1017.3 13.5 58 0.0 SW 18 32 leichter Regen ---
Regensburg 366 1017.3 15.0 47 0.0 W 16 31 --- ---
Straubing 351 1017.4 15.4 46 0.0 W 15 30 --- ---
Großer Arber 1436 ------ 3.5 95 0.0 SW 22 44 --- ---
Lahr 155 1019.8 14.5 59 0.0 SW 19 31 leichter Regen ---
Freudenstadt 797 ------ 8.4 83 0.0 W 17 36 leichter Regen ---
Stötten 734 1018.3 10.7 75 0.0 W 22 34 leichter Regen ---
Augsburg 462 1017.7 14.4 54 0.0 SW 19 34 --- ---
München-Flh. 444 1017.7 15.5 48 0.0 W 21 33 --- ---
Fürstenzell 476 1017.8 13.6 52 0.1 W 14 27 --- ---
Feldberg/Schw. 1486 ------ 2.4 88 0.0 S 36 47 --- ---
Konstanz 443 1019.6 14.4 57 0.0 W 18 31 --- ---
Kempten 705 1018.8 12.5 65 0.0 W 13 27 --- ---
Oberstdorf 806 ------ 12.8 65 0.0 W 3 9 --- ---
Zugspitze 2960 ------ -0.3 99 ---- W 30 51 gefrierender Nebel Windböen
Hohenpeißenberg 977 ------ 10.6 73 0.0 W 12 31 --- ---
  • HÖHE:
  • m über NN
  • LUFTD.:
  • auf Meereshöhe reduzierter Luftdruck in hPa
  • TEMP.:
  • Lufttemperatur in Grad Celsius
  • U%:
  • Relative Luftfeuchte in %
  • RR1:
  • Niederschlagsmenge, einstündig, mm ist gleich Liter pro m²
  • DD:
  • Windrichtung
  • FF:
  • Windgeschwindigkeit letztes 10-Minutenmittel in km/h
  • FX:
  • höchste Windspitze während der letzten Stunde in km/h
  • ---:
  • Wert nicht vorhanden

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Wetterbericht Deutschland

Freitag, 09.10.2026

 

 
Am Freitag breiten sich von Nordwesten und Westen her im Tagesverlauf graue Wolkenfelder mit Regen und Nieselregen aus. An der Nordsee entladen sind später auch örtlich Gewitter. Bis zum Abend weitgehend trocken bleibt es an der Oder, südlich der Donau und in Niederbayern. Die Temperaturen steigen bis zum Nachmittag auf 7 bis 16 Grad. Der Wind weht im Süden schwach bis mäßig, in der Mitte und im Norden mäßig ibs frisch und in Böen stark aus Südwest. In den Hochlagen der Mittelgebirge bist es Sturmböen bis 80 oder 90 km/h.

In der Nacht von Freitag auf Samstag ist es wechselnd bis stark bewölkt. Zeitweise fällt Regen, an der Nordsee gibt es auch Gewitter. Die Temperaturen sinken auf Tiefstwerte zwischen 12 und 5 Grad.

Am Samstag zeigt sich der Himmel meist wechselnd bis stark bewölkt. Nur vereinzelt scheint längere Zeit die Sonne. Im Tagesverlauf kommt es zu zahlreichen, zum Teil kräftigen Regengüssen. An der Küste bilden sich stellenweise Gewitter. Die Höchsttemperaturen bewegen sich in den Nachmittagsstunden zwischen 8 und 17 Grad. Dazu weht ein mäßiger bis frischer, an der Küste starker bis stürmischer Wind aus überwiegend westlichen, zum Teil südwestlichen Richtungen. Dabei treten frische bis starke, an der Küste und auf den Höhen stürmische Böen auf.

 

Am Sonntag setzt sich das wechselhafte Schauerwetter bei uns in einigen Regionen fort. In Küstennähe können sich örtlich Gewitter bilden. Allerdings kommt die Sonne zwischendurch schon häufiger und auch mal längere Zeit zum Vorschein. 9 bis 17 Grad werden erwartet. Es weht ein mäßiger bis frischer, an der Küste noch starker bis stürmischer Wind aus meist westlichen, an der Küste und den Alpen auch nördlichen Richtungen. Dabei treten frische bis starke, über der Nordhälfte auch stürmische Böen auf.

 

Am Montag beginnt die neue Woche größtenteils ruhiger und deutlich freundlicher. Dichtere Wolken mit einzelnen Schauern treten lediglich an der Küste, im äußersten Osten und am Erzgebirge sowie in Südostbayern und am Alpenrand auf, sonst bleibt es meist trocken. Bis zum Nachmittag steigen die Temperaturen auf 8 bis 15, im Südwesten bis 18 Grad. Es weht ein schwacher bis mäßiger, an der Ostsee anfangs noch frischer Nordwestwind.

 

Wetteraussichten Deutschland

09.10.2026, 06:43 Uhr | Dipl.-Met. Jens Hoffmann
Wetteraussichten
 

Von Nordwesten greift das Frontensystem eines von Island zur Norwegischen See ziehenden Tiefs auf Deutschland über und hält den unbeständigen Witterungscharakter aufrecht. Nur ganz im Süden setzt sich heute schwacher Zwischenhocheinfluss durch. Im Norden windig, an der See Sturm, im Tagesverlauf auch im Binnenland gebietsweise steife, in einigen Hochlagen stürmische Böen oder Sturmböen. Im Nordseeumfeld zum Abend Gewitter.

Ausgangs der Nacht im Nordwesten und Westen aufziehender neuer Regen, sonst weitgehend niederschlagsfrei Frühwerte 10 bis 2 Grad. Exponiert windig bis stürmisch. Heute im Süden und Südosten lange heiter bis sonnig, trocken. Sonst von Nordwesten und Westen bis zur Oder und Neiße sowie zum Main und zum Hochrhein ausgreifende dichte Bewölkung mit Regen. Im Nordwesten im Verlauf Übergang zu Schauerwetter, vereinzelt Gewitter. Erwärmung auf 10 bis 16 Grad, im Südosten bei viel Sonne bis 18 Grad. Mäßiger, im Norden, Westen und der Mitte frischer und stark böiger Südwestwind, auf den Bergen und an den Küsten stürmische Böen oder Sturmböen, auf dem Brocken schwere Sturmböen oder orkanartige Böen. In der Nacht zum Samstag südlich des Mains dichte Wolken, anfangs aber nur vereinzelt, später verbreitet Regen. Im übrigen Land nach verbreitet regnerischem Beginn allmählich nachlassende Niederschläge, an der Nordsee aber zunehmende Schauer- und Gewitterneigung. Abkühlung auf 11 bis 6 Grad, an der See milder. Mit Ausnahme der Küsten und des höheren Berglands nachlassender Wind.