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Deutschlandwetter - aktuell

ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale in Offenbach am
Montag, 25.10.2021, 11:30 Uhr

 

Schlagzeile:
Goldene Stunde dank Rosamunde
 
Deutschlandübersicht:

Offenbach, Montag, den 25.10.2021, 11:30 Uhr -

"Nach den Turbulenzen in der vergangenen Woche zeigt sich der Herbst in den nächsten Tagen eher von seiner ruhigen Seite. Zwar fällt mit Passage einer schwachen Front des Tiefs JASCHE am morgigen Dienstag vereinzelt etwas Regen, fiel ist es aber nicht. Einzig an der See kann örtlich mal ein stärkerer Schauer oder auch ein kurzes Gewitter mit dabei sein.

Bereits zum Mittwoch macht sich aber das Hoch ROSAMUNDE über Frankreich zu uns auf und bringt den Goldenen Oktober zurück. Da stören auch anfänglich ein paar dichtere Wolkenfelder im Norden Deutschlands des Tiefs KALLI mit Zentrum bei Island und der stark böige Wind kaum. Vor allem auf den Bergen und an den Nordrändern der Mittelgebirge setzt sich immer häufiger wieder die Sonne durch.

Am Donnerstag und Freitag nimmt die Sonne dann richtig Fahrt auf. "Verlierer" sind (im Herbst ja nicht unüblich) die Flussniederungen im Süden und Südwesten des Landes, wo sich teils ganztägig zähe Nebelfelder halten können. Im großen Rest scheint aber verbreitet die Sonne.

Zudem wird mit der südlichen Strömung vergleichsweise milde Luft herangeführt. Selbst auf 1500 Metern Höhe herrschen teils +10 Grad und mehr. Auf "Kopfhöhe" dürfen wir uns auf 12 bis 18 Grad freuen. Nur im Dauernebel bleibt es mit 7 Grad deutlich frischer. Dadurch, dass die Luft recht trocken ist und der Himmel vielfach klar, bleibt es in den Nächten aber frisch mit 9 bis 2 Grad. Geringe Frostgefahr gibt es vor allem am Alpenrand und in den östlichen Mittelgebirgen. Dimensionen wie heute Morgen, wo es in Teilen Bayerns teilweise Frost bis -4 Grad hatte, sind vorerst nicht zu erwarten.

Ob es zum Wochenende wieder deutlich turbulenter wird, ist aktuell noch sehr unsicher. Mehr dazu in den kommenden Tagen... "


Das erklärt Dipl.-Met. Robert Hausen
von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach zum Wetter der kommenden Tage.

Hinweis:

Die aktuellen Wetter- und Unwetterwarnungen finden Sie unter:
www.wettergefahren.de

Aktuelle Wetter- und Klimainformationen finden Sie unter:
www.dwd.de

Die Vorhersage- und Beratungszentrale des DWD ist rund um die Uhr
telefonisch erreichbar unter Tel.: 069/8062-3333


 

Deutschlandvorhersage:

für Montag, 25.Oktober 2021
Heute nach Nebelauflösung vielfach heiter. Im Westen und Nordwesten aufziehende dichtere Bewölkung und am Nachmittag örtlich etwas Regen. Recht mild mit maximal 11 und 18 Grad. Schwacher bis mäßiger Südwestwind, im Süden aus unterschiedlichen Richtungen.
In der Nacht zum Dienstag im Südosten meist locker bewölkt und gebietsweise Nebel. Sonst ostwärts ausbreitende dichte Bewölkung und stellenweise etwas Regen. Gegen Morgen im Nordwesten Wolkenlücken. Tiefstwerte im Nordwesten 9 bis 5 Grad, im Osten und Süden 5 bis -1 Grad.

für Dienstag, 26.Oktober 2021
Am Dienstag wolkig oder stark bewölkt, zeit- und gebietsweise etwas Regen. Am Nachmittag im Norden gebietsweise Auflockerungen. Höchstwerte zwischen 10 und 14 Grad. Schwacher, im Norden teils mäßiger Wind aus West bis Südwest.
In der Nacht zum Mittwoch meist stark bewölkt oder neblig-trüb. Im Norden auch gebietsweise klar. Am Alpenrand noch etwas Regen. Tiefstwerte 10 bis 3 Grad.

für Mittwoch, 27.Oktober 2021
Am Mittwoch über der Mitte und im Süden oft zähe Nebel- und Hochnebelfelder. Auch an der Nordsee vielfach stark bewölkt. Nördlich der Mittelgebirge längerer Sonnenschein. Trocken. Je nach Sonne Temperaturanstieg bis 16 Grad, im Dauergrau unter 10 Grad. Schwacher, an der See frischer Wind aus Süd bis Südwest. Auf den Nordseeinseln starke bis stürmische Böen.
In der Nacht zum Donnerstag zunächst teils klar. In der zweiten Nachthälfte vermehrt Ausbreitung bzw. Verdichtung von Nebel und Hochnebel. Tiefstwerte 10 bis 4 Grad, bei längerem Aufklaren bis um 0 Grad. An der See weiter mäßiger bis frischer Wind aus Süd bis Südwest, sonst schwachwindig.

für Donnerstag, 28.Oktober 2021
Am Donnerstag in den Flussniederungen und an den Küsten zunächst dichter Nebel und Hochnebel, zum Nachmittag häufiger Auflockerungen. Sonst ohnehin meist heiter und trocken. Höchstwerte 10 bis 16 Grad, bei längerem Nebel nur 7 Grad. Schwacher, im Westen und an den Küsten mäßiger und dort in Böen auch frischer Wind aus südlichen Richtungen.
In der Nacht zum Freitag oft klar, in der zweiten Nachthälfte gebietsweise Nebel. Temperaturrückgang auf 7 bis 0 Grad. Örtlich Frost in Bodennähe.


 

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

 

 

10-Tage-Deutschlandvorhersage

24-10-2021 11:20


VHDL17 DWOG 241200
Deutscher Wetterdienst
10-Tage-Vorhersage für Deutschland
von Mittwoch, 27.10.2021 bis Mittwoch, 03.11.2021
ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
am Sonntag, 24.10.2021, 13:18 Uhr

Zunächst ruhiges und mildes Herbstwetter mit nächtlicher
Nebelbildung. Ab dem Wochenende wieder wechselhafter und
auffrischender Wind.


Vorhersage für Deutschland bis Sonntag, 31.10.2021,
Am Mittwoch über der Mitte und im Süden oft zähe Nebel- und
Hochnebelfelder. Auch an der Nordsee vielfach stark bewölkt. Nördlich
der Mittelgebirge längerer Sonnenschein. Trocken. Je nach Sonne
Temperaturanstieg bis 16 Grad, im Dauergrau unter 10 Grad. Schwacher,
an der See frischer Wind aus Süd bis Südwest. Auf den Nordseeinseln
starke bis stürmische Böen.
In der Nacht zum Donnerstag zunächst teils klar. In der zweiten
Nachthälfte vermehrt Ausbreitung bzw. Verdichtung von Nebel und
Hochnebel. Tiefstwerte 10 bis 4 Grad, bei längerem Aufklaren bis um 0
Grad. An der See weiter mäßiger bis frischer Wind aus Süd bis
Südwest, sonst schwachwindig.

Am Donnerstag in den Flussniederungen und an den Küsten zunächst
dichter Nebel und Hochnebel, zum Nachmittag häufiger Auflockerungen.
Sonst ohnehin meist heiter und trocken. Höchstwerte 10 bis 16 Grad,
bei längerem Nebel nur 7 Grad. Schwacher, im Westen und an den Küsten
mäßiger und dort in Böen auch frischer Wind aus südlichen Richtungen.

In der Nacht zum Freitag oft klar, in der zweiten Nachthälfte
gebietsweise Nebel. Temperaturrückgang auf 7 bis 0 Grad. Örtlich
Frost in Bodennähe.

Am Freitag nach teils zäher Auflösung von Nebelfeldern oft heiter.
Höchstwerte 10 und 17 Grad. Schwacher bis mäßiger, an der Nordsee
frischer Wind aus südlichen Richtungen.
In der Nacht zum Samstag locker bewölkt oder klar. Gebietsweise
Bildung von Nebel oder Hochnebel. Abkühlung auf 11 bis 3 Grad.

Am Samstag im Westen und Nordwesten Bewölkungsverdichtung und
gelegentlich leichter Regen. Weiter nach Osten und Südosten zu häufig
noch heiter. Höchsttemperaturen 12 bis 17 Grad. Schwacher, im
Nordwesten und an der See mäßiger Wind um Süd. Auf den Nordseeinseln
vereinzelt starke Böen.
In der Nacht zum Sonntag bis auf Linie Mecklenburg - Harz -
Schwarzwald sich ausbreitende Regenfälle. Im Osten und Südosten noch
meist trocken mit Auflockerungen und gebietsweise Nebelbildung.
Tiefsttemperaturen 10 bis 5, im Südosten bis 2 Grad.

Am Sonntag vielfach stark bewölkt und zeitweise Regen. Höchstwerte 11
bis 16 Grad. Mäßiger, teils frischer Wind um Süd, auf einigen Inseln
und Gipfeln der Mittelgebirge starke bis stürmische Böen.
In der Nacht zum Montag viele Wolken und gebietsweise Regen. Nur
selten Auflockerungen. Tiefstwerte 10 bis 5, im Südosten bis 2 Grad.
An der See und auf den Mittelgebirgen weiter windig.

Trendprognose für Deutschland, von Montag, 01.11.2021 bis Mittwoch,
03.11.2021,
Wechselhaft mit vielen Wolken und gebietsweisem Regen. Dabei recht
windig. Temperaturen allmählich etwas zurückgehend, nachts aber nur
geringe Frostgefahr.


Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Simon Trippler

 

 

Thema des Tages

25-10-2021 08:50

Schritte aus der Konfusion

Seit Neustem geht ein internationales Projekt zur Vereinheitlichung
von Sturmnamen an den Start. Wir beleuchten die Hintergründe und
klären auf.

Die Namensgebung von Hoch- und Tiefdruckgebieten, wie sie uns täglich
in den Wetterberichten aus Funk, Fernsehen und heutzutage auch in den
sozialen Medien vorkommen ("Hashtag-Kultur"), hat langjährige
Tradition. Seit 1954 werden in der Berliner Wetterkarte zur besseren
Verfolgung von Druckgebilden diese mit Namen versehen. Initiatorin
war die damalige Studentin am Institut für Meteorologie der Freien
Universität Berlin, Karla Wege, vielen später als ZDF-Meteorologin am
Ende der heute-Sendung bekannt.

Seit 2002 kommen die Namen nicht mehr aus institutseigenen
alphabetisch sortierten Listen, sondern aus der Öffentlichkeit: Im
Rahmen der Aktion Wetterpate. Dies ist ein Kooperationsprojekt des
Vereins Berliner Wetterkarte e.V. mit der Freien Universität Berlin
zur finanziellen Unterstützung der studentischen Ausbildung an der
Wetter- und Klimastation Berlin-Dahlem, der einzigen Lehrstation, die
in das Wettermeldenetz der WMO regelmäßig automatisch erfasste Daten,
ergänzt um Augenbeobachtungen schickt. Aus dieser Kombination heraus
wird den Studierenden ermöglicht, erlernte Theorie in der Praxis
anzuwenden und bereits während des Studiums wertvolle Erfahrungen zu
sammeln.

Getauft werden alle Druckgebilde, die in irgendeiner Weise Einfluss
auf das Wetter in Mitteleuropa haben. Was bedeutet "Einfluss"? Es
sollte der mitteleuropäische Raum entweder im Zirkulationsbereich des
Druckgebildes liegen oder Fronten Mitteleuropa überqueren und
wetterwirksam sind. Daher werden auch weit entfernte Tiefdruckgebiete
zum Beispiel über dem Nordkap, getauft, deren Fronten aber bis nach
Deutschland reichen. Auch besondere Wettererscheinungen sowie die zu
erwartende Lebensdauer spielen eine Rolle. Basis für die tägliche
Taufe sind die Bodenwetterkarte des Deutschen Wetterdienstes in der
Analyse von 00 UTC und die Prognose für den Folgetag, 12 UTC, also 36
Stunden später.

Beim Blick über die Landesgrenzen hinaus offenbart sich, dass auch
der Norwegische Wetterdienst längst die Namensvergabe - allerdings
nur von Stürmen - für sich entdeckt hat. Die tatsächlichen
Namenslisten sind anders als bei der Aktion Wetterpate von der
Berliner Wetterkarte und FU Berlin im Vorfeld jedoch so geheim, dass
erst bei der Taufe versiegelte Kuverts geöffnet werden. Insbesondere
mit Aufkommen der sozialen Medien entdeckten auch der Irische (Met
Eireann) und Britische Wetterdienst (UKMET) die Vorteile der
Namensvergabe von Stürmen. Durch die inhaltliche Verknüpfung von
Warnungen mit diesem Namen werden Aufmerksamkeit und Reichweite in
der breiten Öffentlichkeit, den zuständigen Behörden sowie beim
Katastrophenschutz erhöht beziehungsweise verbessert.

Nun zeigte sich allerdings bis dato in Europa ein ziemlich konfuses
Bild, was die Einheitlichkeit betraf. So ist der hierzulande als
"CHRISTIAN" bestens bekannte Orkan vom 28. Oktober 2013, der in
Norddeutschland massive Schäden verursacht hat mit Böen jenseits von
120 km/h, auch unter St. Jude's Storm (Weather Channel), Allan
(Dänischer Wetterdienst, DMI), Simone (Schwedischer Wetterdienst,
SMHI) und Carmen (Europäisches Sturmzentrum) bekannt.

Um diese Konfusion in Zukunft zu vermeiden, hat man im Rahmen der
Vereinigung europäischer Vorhersagemeteorologen (siehe auch
www.euroforecaster.org) vor einigen Jahren eine Arbeitsgruppe
gegründet, die sich genau mit diesem Thema beschäftigt. Unter dem
Dach des EUMETNET (Netzwerk aus 26 nationalen Wetterwarndiensten in
Europa) werden nun bereits vergebene Namen von den anderen
kooperierenden Wetterdiensten und auch von der Berliner
Wetterkarte/FU Berlin übernommen und erhalten den Zusatz "int.".
International getauft wird allerdings nur dann, wenn es sich um ein
großräumiges, schadensträchtiges Tiefdruckgebiet handelt - in erster
Linie im Verbund mit schweren Sturmböen oder Orkanböen, im Einzelfall
aber auch im Zusammenhang mit ergiebigen Niederschlägen und
Überschwemmungen. Letzteres ist vor allem im Mittelmeerraum mehr
Regel als Ausnahme.

In der angehängten Beispielgrafik ist das vom Griechischen
Wetterdienst (HNMS) benannte Tief "BALLOS" über dem Ionischen Meer zu
sehen, dessen Name in schwarz dazugeplottet ist. Die Regelung für
tropische Stürme und Hurrikans bleibt derweil bestehen. Diese
behalten ihren vom National Hurricane Center in Florida vergebenen
Namen und werden bei der Umwandlung in ein außertropisches Tief (auch
bei Relevanz für Mitteleuropa) wie gehabt mit dem Zusatz "EX-"
versehen. Die Taufe von Hochdruckgebieten verbleibt exklusiv bei der
Berliner Wetterkarte.

Auch wenn in der aktuell europaweiten, schon sehr lebhaften
Sturmsaison 2021/2022 sicherlich noch gewisse Startschwierigkeiten zu
erwarten sind, so ist doch unter dem Strich ein hoher Nutzen der
gemeinsamen Vereinbarung erkennbar. Wer zukünftig Recherchen
betreibt, sollte dann hoffentlich bei nur einem Namen fündig werden.
Bleibt zu hoffen, dass dies den Auftakt einer weiteren langjährigen
Tradition bildet und Europa zumindest auf meteorologischer Ebene
wieder mehr miteinander verbindet.



Dipl.-Met. Petra Gebauer, Robert Hausen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.10.2021

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
 

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