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Deutschlandwetter - aktuell

ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale in Offenbach am
Freitag, 23.07.2021, 11:30 Uhr

 

Schlagzeile:
Tief Dirk schiebt von Südwesten her Schauer und Gewitter ins Land.
 
Deutschlandübersicht:

Offenbach, Freitag, den 23.07.2021, 11:30 Uhr -

"Der heutige Tag ist von Hochdruck geprägt. Entsprechend ruhig präsentiert sich das Wetter - was nicht heißt, dass es überall sonnig ist. Insbesondere in den Norden schiebt das Sommerhoch DANA von der Nordsee her tiefliegende Schichtwolken. Damit dauert es dort etwas, bis sich die Sonne durchsetzen kann - und für Urlauber an Nord- und Ostsee reduziert sich die Gefahr eines Sonnenbrandes. Aber abgesehen vom Norden ist es meist sonnig - bei Höchstwerten von gut 20 Grad an der Küste und bis zu 31 Grad am Oberrhein.

Interessant wird es dann wieder am Wochenende. Tief DIRK, aktuell noch über Südwesteuropa positioniert, begibt sich auf den Weg nach Nordosten. Im Gepäck hat DIRK feuchte und gewitterträchtige Subtropikluft. Und so kommt es in der Südwesthälfte zu Schauern und Gewittern, die auch Unwetterpotential haben. Dabei sind auch die Katastrophengebiete im Westen wieder betroffen. Dort reagiert man aktuell - was absolut nachvollziehbar ist - sehr sensibel auf jede Ankündigung von Niederschlag. Dabei gilt es, die bevorstehende meteorologische Situation weder zu verharmlosen noch zu dramatisieren. Und so sind für die Katastrophenregionen im Kern zwei Aussagen von zentraler Bedeutung:

Es werden in der Region Gewitter auftreten - ABER: Nicht überall!!!

Die Gewitter haben bezüglich des Starkregens Unwetterpotential - ABER: Regenmengen bis in den Unwetterbereich werden allenfalls regional eng begrenzt auftreten - meist handelt es sich um nicht warnwürdige Niederschlagsmengen.
Das ist zumindest der aktuelle Stand der (Vorhersagemodell-)Dinge. Für präzisere Aussagen, insbesondere zu einer exakteren Einschätzung des räumlichen Auftretens und der Intensität der Gewitter, ist es noch zu früh - da wird man erst im Laufe des morgigen Tages klarer sehen.

Heftiger als im Westen werden wohl die Gewitter, die am Abend und in der Nacht aus der Schweiz und Ostfrankreich heraus nach Bayern ziehen. Dort sind die meteorologischen Zutaten, wie z.B. die Änderung der Windgeschwindigkeit mit der Höhe (Stichwort: Scherung) oder die verfügbare Energie besser für die Entwicklung schwerer Gewitter. Dann können lokal auch mit schweren Sturmböen und Hagel mit von der Partie sein. Da DIRK von Südwesten kommt und am Samstag den Nordwesten noch nicht behelligt, kann man dort nochmals einen Sommertag verbringen, der dem Namen alle Ehre macht. Viel Sonne und Höchstwerte um 30 Grad laden dort zum entspannten Wochenende ein.

Am Sonntag ist dann aber auch im Nordosten Blitz und Donner angesagt zumindest gebietsweise - so wie auch in den übrigen Gebieten. Und die neue Woche beginnt auch wechselhaft, wenngleich die Vorhersagemodelle noch kein einheitliches Bild der Lage zeichnen. "


Das erklärt Dipl.-Met. Martin Jonas von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach zum Wetter der kommenden Tage.
Hinweis:

Die aktuellen Wetter- und Unwetterwarnungen finden Sie unter:
www.wettergefahren.de

Aktuelle Wetter- und Klimainformationen finden Sie unter:
www.dwd.de

Die Vorhersage- und Beratungszentrale des DWD ist rund um die Uhr
telefonisch erreichbar unter Tel.: 069/8062-3333


 

Deutschlandvorhersage:

für Freitag, 23.Juli 2021
Heute im Norden anfangs gebietsweise wolkig, lokal mit kurzen Schauern, im Verlauf abklingend und dann vermehrt Auflockerungen. Im zentralen und östlichen Mittelgebirgsraum wechselnd bewölkt, aber meist trocken. Sonst sonnig. Erwärmung auf 20 bis 25 Grad im Norden, sonst 25 bis 31 Grad mit den höchsten Werten an Hoch- und Oberrhein. Überwiegend schwacher Wind, vorherrschend aus Nord.
In der Nacht zum Samstag im Nordosten teils wolkig, teils gering bewölkt, niederschlagsfrei. Sonst zunächst vielfach klar. Im Südwesten im Verlauf aufziehende dichtere Bewölkung und ausgangs der Nacht von der Süd-Eifel bis zum Schwarzwald gebietsweise schauerartiger, teils gewittriger Regen. Tiefstwerte zwischen 18 Grad am Oberrhein und 10 Grad entlang der Elbe und in einzelnen Mittelgebirgstälern. Schwachwindig.

für Samstag, 24.Juli 2021
Am Samstag im Norden, Osten und Südosten anfangs vielfach heiter, im Verlauf aus Südwesten aufziehend Wolkenfelder, aber trocken. Sonst wechselnd bis stark bewölkt und von Südniedersachsen bis zum Hochrhein und zu den Alpen gebietsweise schauerartige Regenfälle und teils kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und mitunter schweren Sturmböen. Lokale Unwettergefahr durch heftigen Starkregen oder größeren Hagel. Höchstwerte zwischen 27 bis 32 Grad, im Eifelumfeld und an der See um 24 Grad. Abgesehen von Gewitterböen meist nur schwacher Wind, im Norden und Osten aus östlichen Richtungen, sonst aus Süd bis West.
In der Nacht zum Sonntag auch in den Norden, Osten und Südosten zunehmend dichtere Bewölkung mit schauerartigen Regenfällen und teils kräftigen Gewittern mit Starkregen, lokal Unwettergefahr. Im Westen, später auch im Südwesten nachlassende, teils abklingende Schauer- und Gewittertätigkeit und gebietsweise auflockernde Bewölkung. Tiefstwerte zwischen 18 bis 12 Grad.

für Sonntag, 25.Juli 2021
Am Sonntag bei wechselnder Bewölkung insbesondere von der Nordsee bis in den Süden verbreitet Schauer und teils kräftige Gewitter, lokale Unwettergefahr vor allem durch Starkregen. In der Nordosthälfte insgesamt geringere Schauer- und Gewitterneigung. Erwärmung auf 26 bis 29 Grad. In höheren Lagen der westlichen und südwestlichen Mittelgebirge nur um 24 Grad. Abseits von Gewittern meist schwacher bis mäßiger Wind, im Nordosten noch aus östlichen Richtungen, sonst um Südwest.
In der Nacht zum Montag im Norden und Nordosten sowie zum Teil auch südlich der Donau anhaltende Schauer und Gewitter, örtlich mit Unwettergefahr durch heftigen Starkregen. Sonst abklingende Niederschläge, gebietsweise Nebel. Temperaturrückgang auf 20 bis 14 Grad, im Südwesten teils bis 11 Grad.

für Montag, 26.Juli 2021
Am Montag bei wechselnder, teils auch starker Bewölkung erneut auflebende Schauer- und Gewittertätigkeit. Höchstwerte 26 bis 30 Grad, mit den höchsten Werten an der Neiße, im Südwesten und an der See um 25 Grad. Abseits von Gewittern schwacher bis mäßiger, im Westen teils stark böiger Südwest- bis Südwind.
In der Nacht zum Dienstag im Nordosten und Südosten anhaltende Schauer und Gewitter. Sonst überwiegend abklingende Niederschläge, örtlich Nebel. Tiefstwerte zwischen 19 Grad im Nordosten und bis 10 Grad im Schwarzwald.


 

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

 

10-Tage-Deutschlandvorhersage

23-07-2021 11:50


VHDL17 DWOG 231200
Deutscher Wetterdienst
10-Tage-Vorhersage für Deutschland
von Montag, 26.07.2021 bis Montag, 02.08.2021
ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
am Freitag, 23.07.2021, 13:37 Uhr

Unbeständig mit Schauern und Gewittern, lokale Unwetter durch
Starkregen, im Nordwesten mäßig warm, im Südosten sommerlich warm.


Vorhersage für Deutschland bis Freitag, 30.07.2021,
Am Montag bei wechselnder, teils auch starker Bewölkung erneut
auflebende Schauer- und Gewittertätigkeit. Höchstwerte 26 bis 30
Grad, mit den höchsten Werten an der Neiße, im Südwesten und an der
See um 24 Grad. Abseits von Gewittern schwacher bis mäßiger, im
Westen teils stark böiger Südwest- bis Südwind.
In der Nacht zum Dienstag im Nordosten und Südosten anhaltende
Schauer und Gewitter. Sonst überwiegend abklingende Niederschläge,
örtlich Nebel. Tiefstwerte zwischen 18 Grad im Nordosten und bis 11
Grad im Schwarzwald.

Am Dienstag wechselnd bewölkt, im Nordosten sowie im Südosten, im
Tagesverlauf auch wieder aus Westen aufkommende Schauer und teils
kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen, vor allem im
Südosten Unwettergefahr durch Starkregen. Höchstwerte zwischen 24
Grad im Westen und Südwesten und 29 Grad im Osten. Von Gewitterböen
abgesehen schwacher bis mäßiger Südwestwind.
In der Nacht zum Mittwoch außer an den Alpen rasch nachlassende
Schauer und Gewitter und zunehmend Auflockerungen. Tiefstwerte
zwischen 18 Grad an Oder und Neiße und 11 Grad in der Eifel.

Am Mittwoch wechselnd bewölkt und im Tagesverlauf von Westen
übergreifende und nordostwärts verlagernde Gewitter mit Starkregen
und Sturmböen. Auch im Südosten erneut auflebende Gewittertätigkeit,
dort lokale Unwettergefahr vor allem durch heftigen Starkregen.
Höchstwerte zwischen 23 Grad im Nordwesten und 28 Grad im Osten und
Südosten, im westlichen Bergland und an den Küsten bei auflandigem
Wind kühler. Schwacher bis mäßiger, im Westen böiger Südwestwind.
In der Nacht zum Donnerstag zunächst nachlassende, in der zweiten
Nachthälfte von Westen her erneut auflebende Schauer und Gewitter.
Tiefstwerte 17 bis 9 Grad.

Am Donnerstag bei wechselnder Bewölkung weiterhin gebietsweise
Schauer und Gewitter, vor allem im Südosten lokale Unwetter bezüglich
Starkregen. Temperaturanstieg auf 21 Grad im Nordwesten und bis 28
Grad im Südosten. Schwacher bis mäßiger Wind aus West bis Südwest.
In der Nacht zum Freitag nachlassende, aber nicht ganz abklingende
Schauer und Gewitter bei Tiefstwerten zwischen 16 und 9 Grad.

Am Freitag vor allem im Nordwesten sowie im Südosten Schauer und
Gewitter, im Südosten erneut mit Unwettergefahr, in den übrigen
Landesteilen teils längere sonnige Abschnitte.
Nachmittagstemperaturen zwischen 21 und 27 Grad. Schwacher bis
mäßiger, teils böig auflebender Wind aus westlichen Richtungen.
In der Nacht zum Samstag nachlassende Schauer- und Gewittertätigkeit.
Temperaturrückgang auf 15 bis 9 Grad.

Trendprognose für Deutschland, von Samstag, 31.07.2021 bis Montag,
02.08.2021,
Weiterhin unbeständig mit Schauern und Gewittern, aber auch
gebietsweise längere sonnige Abschnitte. Noch etwas zurückgehende
Temperaturen bei schwachem bis mäßigem Wind aus West bis Südwest.


Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dr. rer. nat. Markus Übel

 

 

Thema des Tages

23-07-2021 09:50

Gewitter im Anmarsch

Tief DIRK schieb von Südwesten gewitterträchtige Luftmassen nach
Deutschland. Was dies bedeutet, insbesondere für die
Katastrophengebiete im Westen, damit beschäftigt sich heute das Thema
des Tages.

Für den heutigen Freitag ist noch Hochdruckeinfluss angesagt. Hoch
DANA, aktuell mit ihrem Zentrum über der nördlichen Nordsee und dem
südlichen Nordmeer positioniert, sorgt verbreitet für sonniges
Wetter. Verbreitet, aber nicht überall. Denn ausgerechnet über dem
Norden, der DANA ja am nächsten ist, zeigen sich gebietsweise dichte
Wolken. Der Grund? DANA schiebt von der Nordsee her flache, tiefe
Stratuswolken (also Schichtwolken) ins Land. Und folglich wird man
zwischen Emden und Nordhorn im Westen sowie Sassnitz und Heringsdorf
im Osten wohl noch etwas auf Sonne warten müssen. In der Mitte und im
Süden zeigt sich der heutige Freitag dagegen schon jetzt oft gering
bewölkt oder sogar wolkenlos, allein über die östlichen und zentralen
Mittelgebirge ziehen ein paar Quellwolken hinweg.

Dass sich zum Wochenende die Wetterlage umstellt, ist auch hier im
Thema des Tages schon angesprochen worden. Dabei wird der Blick auf
die anstehenden Ereignisse von Modelllauf zu Modelllauf klarer. Für
die Wetterumstellung zeichnet Tief DIRK verantwortlich. DIRK liegt
zurzeit über Südfrankreich, Nordspanien, der Biskaya und dem
angrenzenden Nordatlantik und kommt in den kommenden Stunden und
Tagen mit feuchter Subtropikluft nach Nordosten voran.

Bei genauem Hinsehen sind dabei zwei Schwerpunkte auszumachen. Der
Erste soll schon am morgigen Vormittag im äußersten Südwesten
schauerartig verstärkten und gewittrigen Regen bringen. Die Gewitter
ziehen dabei im Tagesverlauf über Rheinland-Pfalz, Hessen und
Nordrhein-Westfalen hinweg bis nach Niedersachsen. Der zweite
Schwerpunkt macht sich dann am Nachmittag und Abend sowie in der
Nacht zum Sonntag bemerkbar. Dann ziehen aus der Schweiz und
Ostfrankreich kommend schwere Gewitter über das südliche
Baden-Württemberg hinweg nach Bayern. In der Gesamtschau ergibt dies
für die Gewitterwahrscheinlichkeit am Samstag und bis in die Nacht
zum Sonntag eine Südwest-Nordost-Teilung in Deutschland. Über der
Südwesthälfte ist die Gewitterwahrscheinlichkeit sehr hoch, über dem
Nordosten dagegen gering. Dies kann auch dem linken Teil der
beigefügten Abbildung entnommen werden
(https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2021/7/23.html).

Die roten Farben signalisieren - auch in den Katastrophengebieten im
Westen - eine hohe Gewitterwahrscheinlichkeit. ABER: Hierbei ist zu
betonen, dass diese Aussage keinerlei Information zur Intensität der
Gewitter liefert! Es ist vielmehr so, dass wir die heftigsten
Entwicklungen am Abend und in die Nacht hinein über dem Süden
erwarten.

Richtig ist aber auch: Selbst im Westen sind Unwetter nicht
ausgeschlossen. Die Luftmasse bringt so viel Feuchte mit, dass
Regenmengen zwischen 25 und 40 l/m² in kurzer Zeit, was unseren
Unwetterkriterien entspricht, durchaus im Bereich des Möglichen
liegen. Solche Mengen werden aber allenfalls räumlich sehr eng
begrenzt auftreten. Und ein Blick in unser hochauflösendes Modell
ICON-D2 zeigt auch: sie sind recht unwahrscheinlich. In den
Katastrophengebieten liegen die Wahrscheinlichkeiten für mehr als 15
l/m² in einer Stunde bei maximal 20%, die Wahrscheinlichkeit für mehr
als 25 l/m² bei maximal 10%. Darüber hinaus gilt: Eine präzise
regionale/lokale Vorhersage über das Auftreten der Gewitter ist jetzt
noch nicht möglich. Diesbezüglich sehen wir erst am morgigen Samstag
im Laufe des Tages klarer.

Am Sonntag verteilen sich die Gewitter gleichmäßiger übers Land. Dann
steigt auch im Nordosten die Gewitterwahrscheinlichkeit an, im Süden
und Westen bleibt sie hoch, wenngleich nicht so hoch wie am morgigen
Samstag.


Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.07.2021

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